Mali

Luftschläge der französischen Armee in Mali gehen weiter

Frankreich entsandte inzwischen laut BBC 550 Soldaten in die malische Hauptstadt Bamako und in die zentralmalische Stadt Mopti.

Nairobi. In Mali hat die französische Armee ihre Luftanschläge gegen islamistische Kämpfer am Wochenende fortgesetzt. Rafale-Kampflugzeuge bombardierten am Sonntagnachmittag die Städte Gao und Kidal auf dem von Islamisten kontrollierten Gebiet im Norden Malis, wie der französische Sender RFI berichtete. Frankreich hat damit seinen Einsatz von der Demarkationslinie, die das Land faktisch teilt, in das Gebiet der Islamisten hinein ausgeweitet.

Dabei wurden nach RFI-Informationen auch Munitionsdepots und Ausbildungslager der islamistischen Kämpfer zerstört. Der Uno-Sicherheitsrat tritt am Montag auf Bitte Frankreichs zu einer Sondersitzung zu Mali zusammen.

Frankreich entsandte inzwischen laut BBC 550 Soldaten in die malische Hauptstadt Bamako und in die zentralmalische Stadt Mopti. Währenddessen sagten immer mehr afrikanische Länder ihre Unterstützung zu. An der Eingreiftruppe unter nigerianischem Kommando wollen sich Benin, Burkina Faso, Niger, Nigeria, Senegal, und Togo beteiligen.

Die leitenden Offiziere dieser Einheiten kamen laut RFI am Sonntag in Bamako zusammen, um den von der Uno mandatierten Einsatz zu planen. Die ersten Soldaten werden der BBC zufolge innerhalb der nächsten Tage in Mali erwartet. Laut RFI stehen 500 nigrische Soldaten bereits zum Abmarsch bereit. Benin und Togo wollen gemeinsam ein Bataillon stellen, Senegal hat ebenfalls 500 Soldaten zugesagt, Nigeria will 600 entsenden.

Auch einige westliche Staaten haben zugesagt, die französische Intervention namens „Serval“ zu unterstützen. Großbritannien will laut BBC zwei Transportflugzeuge vom Typ C 17 bereitstellen. Auch die USA und Dänemark sagten Unterstützung zu.

Der deutsche Außenminister Guido Westerwelle schloss einen deutschen Militäreinsatz in Mali am Sonntag erneut aus. Deutschland unterstütze aber die Aufstellung einer afrikanischen Einsatztruppe in Mali. Weitere Zusagen könnten geprüft werden, wenn die „Eckdaten einer afrikanischen Mission stehen und die Einbettung in einen politischen Prozess geklärt ist“.

Der französische Außenminister Laurent Fabius erklärte am Wochenende gegenüber französischen Medien, der Einsatz in Mali werde „eine Sache von Wochen“ sein. „Wir haben nicht vor, für immer zu bleiben.“ Den Vergleich mit dem Einsatz westlicher Truppen in Afghanistan wies er zurück. Die französische Armee zeigte sich Berichten französischer Medien zufolge überrascht von dem guten Ausbildungsstand und der guten Bewaffnung der islamistischen Kämpfer. Mitglieder der Gruppen „Al Kaida im Maghreb“, MUJAO und Ansar Dine schlossen sich für die Offensive zusammen, mit der sie in den Süden Malis vordringen wollten.

Unterschiedlichen Medienberichten zufolge gab es auf Seiten der Islamisten seit dem Beginn der französischen Intervention am Freitag Dutzende Tote. Genaue Zahlen wurden nicht bekannt. Nach Angaben der malischen Regierung starben seit Freitag elf malische Soldaten, 60 wurden verletzt. Auch ein französischer Pilot ist unter den Opfern.

Einige der afrikanischen Kontingente, die nun nach Mali entstand werden, wurden in den vergangenen Jahren von den USA und anderen westlichen Partner im Anti-Terror-Kampf ausgebildet. Das gilt beispielsweise für nigrische Soldaten, allerdings auch für die dennoch schwache malische Armee. Die EU plant eine weitere Ausbildungsmission für die malischen Streitkräfte. Im Gespräch sind 200 europäische Militärexperten. Daran will sich auch Deutschland beteiligen.

Die islamistischen Gruppen kontrollieren den Norden Malis seit April 2012. Sie nutzten das militärische Vakuum nach einem Aufstand von Tuareg-Rebellen und einem Militärputsch im März 2012. Seitdem ist das westafrikanische Land faktisch geteilt.

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