Weltkrisen und Hintergründe, Teil 2: Nahost

Umstrittene Siedlungen

Im Sechstagekrieg 1967 eroberte Israel von den Arabern etliche Gebiete: Ostjerusalem, die Golanhöhen, das Westjordanland, den Sinai und den Gazastreifen. Die Sinaihalbinsel gab Israel 1982 in einem Friedensvertrag an Ägypten zurück und zog 2005 seine Truppen auch aus dem Gazastreifen ab. Ostjerusalem und die Golanhöhen wurden annektiert. Dort und im Westjordanland entstanden nach und nach israelische Siedlungen, die völkerrechtlich illegal sind.

Hatten 1966 praktisch keine Juden im Westjordanland gelebt, so waren es 2006 fast 300 000. An die 200 000 Juden leben in Ostjerusalem, rund 18 000 auf den Golanhöhen. Insgesamt umfasst die Bevölkerung der israelischen Siedlungen also mehr als eine halbe Million. Die Siedler errichten zudem "Außenposten", die immer tiefer auf besetztes Gebiet vordringen. Der Rückzug aus dem Gazastreifen hat sich für Israel übrigens politisch nicht ausgezahlt: Die dort herrschende Hamas feuert von dort aus ständig Raketen nach Israel.