Gazastreifen

Israels Marine entert Blockadebrecher „Estelle“

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Israel hatte die Aktivsten auf dem schwedischen Schiff zuvor vor einem Durchbrechen der Seeblockade vor dem Gazastreifen gewarnt.

Tel Aviv/Stockholm. Der Gazastreifen leidet seit 2007 unter der Blockade Israels und Ägyptens. Immer wieder versuchen pro-palästinensische Aktivisten, die Sperre von See her zu durchbrechen. Nun ist erneut ein Versuch pro-palästinensischer Aktivisten gescheitert, die von Israel vor dem Gazastreifen verhängte Seeblockade zu durchbrechen. Kurz bevor das unter finnischer Flagge fahrende Segelschiff „Estelle“ sein Ziel erreichte, sei es von der Marine aufgebracht worden, gaben die israelischen Streitkräfte bekannt. Die etwa 20 Aktivisten an Bord hätten keinen Widerstand geleistet, als Soldaten den 53 Meter langen Dreimaster knapp 50 Kilometer vor der Küste des Gazastreifens geentert hätten.

Der Sprecher der Organisation „Ship to Gaza Sweden“,Mikael Löfgren, teilte telefonisch aus Schweden mit, das Schiff sei vor der Küste des Gebiets am Mittelmeer von fünf bis sechs israelischen Marineschiffen eingekreist worden. Dann seien maskierte Soldaten an Bord gekommen. Die Reise der „Estelle“ sollte nach seinen Angaben dazu beitragen, die jahrelange Land-, See- und Luftblockade des Gazastreifens zu beenden.

Mehr als 80 Prozent der 1,6 Millionen Bewohner des verarmten Gazastreifens sind inzwischen auf internationale Hilfen vor allem der Vereinten Nationen angewiesen.

Die Ladung der 1922 in Emden gebauten „Estelle“ besteht nach Angaben der Organisatoren aus zwei Olivenbäumen, 41 Tonnen Zement, 300 Fußbällen, orthopädischem und medizinischem Gerät, Kinderbüchern, Musikinstrumenten, einer Theaterausrüstung sowie einem Funkgerät und einem Anker für ein Schiff, das im Gazastreifen gebaut wird. Dieses Boot soll versuchen, die Blockade vom Gazastreifen aus zu überwinden.

Die „Estelle“ nahm nach der Übernahme durch die Israelis Kurs auf den knapp 100 Kilometer entfernten israelischen Hafen Aschdod. Dort erwartete die Polizei die Aktivisten aus Finnland, Schweden, Norwegen, Kanada, Spanien, Italien, Griechenland und Israel, darunter auch vier Mitglieder von Parlamenten. In früheren Fällen waren die Betroffenen dann abgeschoben worden.

Israel hat seit der Verhängung der Seeblockade Anfang 2009 schon mehrere Gaza-Flottillen gestoppt. Bei einem Einsatz gegen einen Blockade-Brecher aus der Türkei waren 2010 neun Menschen getötet worden. Israel will mit nach eigenen Angaben Waffenlieferungen an militante Palästinenser verhindern.

( dpa )

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