Kirchengemeinde in Florida

US-Regierung empört über geplante Koran-Verbrennung

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Dies sei eine Provokation und zeige Respektlosigkeit gegenüber einer Religion. Die Aktion könnte amerikanische Soldaten in Gefahr bringen.

Washington. Die US-Regierung ist empört über die geplante öffentliche Koran-Verbrennung durch eine kleine fundamentalistische Kirchengemeinde in Florida. Dies sei eine Provokation und zeige Respektlosigkeit gegenüber einer Religion, sagte Sprecher des US-Außenministeriums, Philip Crowley. Er hoffe, dass die Gemeinde von ihrem Plan doch noch abrücken wird.

Zugleich betonte Crowley, dass es sich um eine extrem kleine Gemeinde in der Stadt Gainesville in Florida handele. Die Welt dürfe Amerika „nicht an der Aktion eines Pastors oder 50 Anhänger“ messen, meinte Cowley.

Vor der geplanten Koran-Verbrennung am neunten Jahrestag der Terroranschläge vom 11. September 2001 hatte der Kommandeur US-Truppen in Afghanistan, David Petraeus, gewarnt. Er fürchtet, dass die Aktion amerikanische Soldaten in Gefahr bringen könnte.

Unterdessen sprachen sich religiöse Führer in Washington gegen die Aktion der kleinen Gemeinde Dove Outreach Center aus. Es handele „besonders ungeheuerliches“ Vorhaben, das man aufs schärfste verurteilen müsse, meinten muslimische, christliche und jüdische Vertreter.

Zugleich mahnten sie religiöse Toleranz in den USA an. Sie verurteilten eine „steigende Welle von Angst und Intoleranz“ in den USA, hieß es mit Blick auf jüngste Proteste gegen den geplanten Bau eines muslimischen Kulturzentrums in der Nähe der Terroranschläge auf New York und Washington vor neun Jahren.

Das evangelikale Dove World Outreach Center hat den 11. September zum „Internationalen Tag der Koran-Verbrennung“ erklärt. Die Gemeinde wolle mit der Aktion der Opfer der Terroranschläge vor neun Jahren gedenken und dem radikalen Islam eine klare Absage erteilen, sagte der Gemeindepastor Terry Jones.

Der Koran ist das heilige Buch der Muslime , die verlangen, dass es mit höchstem Respekt behandelt wird. Verstöße werden als zutiefst beleidigend empfunden und haben in der Vergangenheit wiederholt gewalttätige Reaktionen ausgelöst.

( (dpa/abendblatt.de) )