Justiz im Iran will Steinigungsurteil überprüfen

Teheran. Die iranische Justiz wird von dem international heftig kritisierten Urteil zur Steinigung einer angeblichen Ehebrecherin möglicherweise absehen. Das Urteil solle überprüft werden, teilte der Leiter des Menschenrechtsbüros der iranischen Justiz, Mohammed Dschawad Laridschani, mit. Die Empörung des Westens werde die Richter aber nicht beeinflussen.

Sakineh Mohammadi-Aschtiani, 43, wurde im Mai 2006 zu 99 Peitschenhieben verurteilt, weil sie eine "unrechtmäßige Beziehung" zu zwei Männern gehabt haben soll. Während eines Prozesses im September desselben Jahres gegen einen Mann, der des Mordes an ihrem Ehemann beschuldigt wurde, wurde sie schließlich wegen Ehebruchs zum Tode verurteilt.

Zahlreiche Menschenrechtsorganisationen und Politiker in Europa und Amerika forderten die iranische Regierung auf, die Steinigung zu verhindern. Der britische Außenminister William Hague nannte Steinigungen "mittelalterlich" und "abstoßend". US-Außenministeriumssprecher Mark Toner bezeichnete die Hinrichtungsmethode als "barbarisch" und gleichbedeutend mit Folter. Auch viele Prominente setzten sich laut "The Times" für die Freilassung der Iranerin ein, darunter die Schauspieler Colin Firth, Emma Thompson, Robert Redford und Lindsay Lohan.