Fall Timoschenko - Gauck sagt Reise in die Ukraine ab

Auch EU fordert vom Gastgeber der Fußball-EM Aufklärung über Misshandlungsvorwürfe

Berlin. Deutschland erhöht den Druck auf die Regierung der Ukraine. Koalition, SPD und Grüne begrüßten gestern einmütig die Entscheidung von Bundespräsident Joachim Gauck, angesichts des Umgangs mit der inhaftierten Ex-Premierministerin Julia Timoschenko eine Reise in die frühere Sowjetrepublik abzusagen. Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) drohte dem Land zusätzlich mit ernsten Konsequenzen in den Beziehungen zu Deutschland und der EU.

Kurz zuvor hatte Gaucks Sprecher Andreas Schulze bestätigt, dass der Bundespräsident Mitte Mai nicht zu einem Treffen mit anderen zentraleuropäischen Staatschefs nach Jalta auf der Krim reisen wird. Der Entschluss sei in enger Absprache mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gefallen.

Ob Gauck das Land zur Fußball-Europameisterschaft (EM) besuche, sei noch nicht entschieden, sagte Schulze. In der Ukraine, die vom 8. Juni bis 1. Juli Gastgeber der EM ist, werden die ersten drei Spiele der deutschen Mannschaft ausgetragen. Auch die EU will sich nach Misshandlungsvorwürfen ein Bild von der ukrainischen Oppositionsführerin machen. Die Behörden des Landes seien gebeten worden, den EU-Botschafter in Kiew zu der erkrankten Politikerin vorzulassen, sagte die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton.