Kommentar: Obamas Atomwaffenstrategie

Jetzt ist die ganze Welt gefordert

Barack Obama macht Ernst mit seiner Vision einer atomwaffenfreien Welt. Morgen unterzeichnet der US-Präsident mit Moskau einen Vertrag über eine weitgehende Reduzierung der atomaren Arsenale. Zudem hat er die Nukleardoktrin der USA entschärft und die Nutzung ihrer fürchterlichsten Waffen eingeschränkt. Was für ein Erfolg!

Die Begeisterung hält sich dennoch in Grenzen, von den Hürden im US-Kongress ganz abgesehen. Alle Abrüstungsinitiativen der Supermächte seit 1972 haben die Welt weder friedlicher gemacht, noch haben sie die atomaren Gelüste Nordkoreas und Irans gebremst. Immerhin setzt sich nun die Erkenntnis durch, dass das Gleichgewicht des Schreckens im 21. Jahrhundert in eine beängstigende Schieflage geraten ist. Wie kann verhindert werden, dass die Bombe in die Hände von Terroristen fällt? Da ist die ganze Welt gefordert.