Bericht: Hausarrest in der Nähe von Teheran

Iran hält Bin-Laden-Familie fest

London. Mehrere enge Angehörige des islamischen Extremisten Osama Bin Laden leben einem Zeitungsbericht zufolge streng bewacht unter einer Art Hausarrest in der Nähe der iranischen Hauptstadt Teheran. Zu der Gruppe gehörten eine Frau Bin Ladens, sechs seiner Kinder und elf Enkelkinder, meldeten die Londoner "Times", der arabische Satellitensender al-Dschasira und die arabische Zeitung "al-Scharq al-Awsat". Sie hätten Afghanistan kurz vor den Anschlägen vom 11. September 2001 in den USA verlassen und seien zu Fuß in den Iran eingereist, zitierte die Zeitung Bin Ladens Sohn Omar. Sie wohnten seit acht Jahren bei Teheran in einem geheimen Objekt, das sie nur selten verlassen dürften, sagte der 29-Jährige.

Bin Ladens Sohn sagte, er habe erst durch einen Telefonanruf seiner Verwandten im November erfahren, dass sie noch am Leben seien. Eine der Töchter des Al-Qaida-Chefs habe sich vor Kurzem bei einem Ausflug in die saudi-arabische Botschaft geflüchtet und warte nun auf die Erlaubnis zur Ausreise. Die iranischen Behörden hätten nicht gewusst, was sie mit seinen Angehörigen anfangen sollten, die in anderen Ländern unerwünscht seien, sagte Omar Bin Laden. Daher hätten sie ihnen Obdach gewährt, wofür er ihnen danke. Er hoffe nun, dass die Familie den Iran verlassen dürfe und zu seiner Mutter nach Syrien oder zu ihm nach Katar reisen dürfe.