Der Richter und sein Wortschlenker

Geht doch: Obama spricht richtigen Eid

Nach der leicht verpatzten Eidesformel vor 1,8 Millionen Menschen in Washington hat der neue Präsident Barack Obama im Weißen Haus die korrekte Formel vor Richter John Roberts jr. wiederholt...

Washington. Nach der leicht verpatzten Eidesformel vor 1,8 Millionen Menschen in Washington hat der neue Präsident Barack Obama im Weißen Haus die korrekte Formel vor Richter John Roberts jr. wiederholt. Sicher ist sicher, dachten sich Obama, der Richter und die Rechtsberater. Am Ende klagt doch noch jemand vor irgendeinem Gericht, dass die verfassungsmäßig vorgeschrieben Formel in einem Wort sich von dem text unterscheid, den Obama sprach.

Schuld war nur die Aufregung bei Obama und dem obersten Richter. Obama fiel ihm ins Wort, Roberts verhaspelte sich, Obama stockte, und das verbale Unglück nahm seinen Lauf. Bei der Wiederholung im Kartenraum des Weißen Hauses schauten Obamas engste Berater zu, ein amtlicher Fotograf und eine kleine Gruppe von Journalisten. Der Präsident begann gleich zu scherzen und sagte: "Wir haben das beschlossen, weil es so viel Spaß gemacht hat."

Dann legte Roberts seine schwarze Robe an und fragte: "Sind Sie bereit, den Eid abzulegen?" Obama antwortete: "Ja, das bin ich. Und wir machen es sehr langsam." Diesmal führte Roberts Obama durch den Eid, ohne dass es irgendeinen Fehler gab. Beim zweiten Mal hatte der Präsident nicht mehr die Lincoln-Bibel bei sich. Der Eid sei aber auf jeden Fall gültig, versicherte er.

Video: Obama muss Eid wiederholen

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