Athen droht wieder die Pleite - Märkte reagieren nervös

Brüssel. Die EU-Kommission sagte Griechenland weitere Unterstützung beim Spar- und Reformkurs des Landes zu. Die Parteien müssten jetzt eine Regierung mit stabiler Mehrheit bilden, sagte die Sprecherin von EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso in Brüssel. Sollten die Koalitionsgespräche scheitern, drohen bereits nächsten Monat Neuwahlen und eine Zahlungsunfähigkeit. In dem auf Rettungshilfen angewiesenen Land stehen rasche Entscheidungen zu Spar- und Reformschritten an. Bis Juni verlangt die Troika aus EU, IWF und Europäischer Zentralbank (EZB) weitere Konsolidierungsmaßnahmen in Höhe von 11,5 Milliarden Euro im Gegenzug für frisches Geld.

Die düsteren Aussichten, gepaart mit der Unsicherheit nach dem Machtwechsel in Frankreich, drückten weltweit auf die Aktienkurse. In Deutschland fiel der DAX zwischenzeitlich auf ein Dreimonatstief. Der Leitindex erholte sich allerdings später und fand zurück in die Gewinnzone. Unter starken Druck gerieten infolge der Wahlergebnisse der Euro und die Anleihen Frankreichs und Griechenlands. Die Euro-Staaten haben im Februar ein zweites Rettungspaket für Griechenland geschnürt. Auf die 110 Milliarden Hilfskredite der Euro-Zone und des Internationalen Währungsfonds (IWF) des ersten Programms sollen insgesamt 130 Milliarden Euro folgen.

"Wenn man keine Koalition zustande bringt, die die Zusagen an EU und IWF einhält, wird das Land kein weiteres Geld erhalten und zahlungsunfähig werden. Dann besteht das Risiko einer Ansteckung von Portugal und Spanien", warnt Aktienexperte Francois Duhen von CM-CIC Securities. Commerzbank-Mann Christoph Weil rechnet beim Ausbleiben der Hilfsgelder damit, dass "der griechische Staat spätestens im Herbst seine Zahlungsverpflichtungen nicht mehr vollständig erfüllen könnte".