Sozialleistung

Hartz-IV-Regelsatz: Wofür 446 Euro ausreichen müssen

| Lesedauer: 3 Minuten
Julia Backes
Hartz IV: So setzen sich die Regelsätze zusammen

Hartz IV: So setzen sich die Regelsätze zusammen

2022 sollen die Regelsätze für Hartz-IV-Bezieher steigen. So setzen sie sich zusammen:

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Das Jobcenter überweist Hartz-IV-Empfängern monatlich eine bestimmte Summe. Aber wie hoch ist sie und was soll der Regelsatz abdecken?

Berlin. 
  • Hartz-IV-Beziehende bekommen monatlich vom Jobcenter Geld überwiesen
  • Mit dem Regelsatz sollen Lebensmittel, Strom und viele andere Dinge gezahlt werden
  • Wofür das Geld reichen muss und wie viel es ist

Immer wieder kritisieren Politikerinnern und Politiker, Sozialverbände sowie Experten, dass die Hartz-IV-Regelsätze nicht zum Leben in Deutschland ausreichen.

Doch was steckt eigentlich hinter den Summen, die die Jobcenter überweisen und wie sind sie aufgebaut? Erfahren Sie mehr in unserem Überblick.

Was ist der Hartz-IV-Regelsatz?

Menschen in Deutschland, die arbeiten können, aber weder einen Job finden, von dem sie leben können, noch Anspruch auf Arbeitslosengeld I haben, bekommen Hartz IV - auch Arbeitslosengeld II genannt.

Der Regelsatz ist ein monatlicher Pauschalbetrag, der vom Gesetzgeber festgelegt wurde und mit dem die Hartz-IV-Beziehenden vor allem Lebensmittel, Kleidung und Hygieneartikel aber auch Kinokarten bezahlen können sollen.

Hartz-IV-Regelsatz: Wie viel bekommt wer?

Die Höhe des Arbeitslosengeldes II wird regelmäßig angepasst. Zuletzt sind die Regelsätze Anfang des Jahres 2021 gestiegen. Wie viel jeder Betroffene bekommt, hängt von den jeweiligen Lebensumständen ab, die das Bundesministerium für Arbeit und Soziales auflistet.

Lesen Sie auch: Hartz IV: Heizkosten – So viel übernimmt das Jobcenter

Wohnen Empfänger beispielsweise mit Partnern oder Verwandten in einem Haushalt, einer sogenannten Bedarfsgemeinschaft, bekommen sie eine andere Summe als Alleinstehende ausgezahlt. Auch für Kinder gelten je nach Alter unterschiedliche Beträge.

  • Alleinstehende
  • Alleinerziehende
446 Euro
  • Menschen in einer Bedarfsgemeinschaft
401 Euro
  • 18- bis 24-Jährige in einer Bedarfsgemeinschaft
357 Euro
  • 14- bis 17-Jährige einer Bedarfsgemeinschaft
373 Euro
  • Kinder von 6 bis einschließlich 13 Jahre
309 Euro
  • Kinder bis einschließlich 5 Jahre
283 Euro

Wie werden die Regelsätze für Hartz-IV-Empfänger berechnet?

Die Jobcenter schreiben zwar nicht vor, was man sich von dem Geld kaufen soll, aber um zu berechnen, wie viel die Betroffenen als Existenzminimum brauchen, ist der Regelbedarf in verschiedene Posten aufgeteilt.

Für die Berechnung der Regelsätze orientiert sich der Gesetzgeber an Haushalten, die wenig Geld haben, aber keine Sozialleistungen, wie Hartz IV, beziehen. Das Bundesarbeitsministerium schaut sich dabei an, wie viel diese Menschen wofür ausgeben. Zuletzt wurde die Einkommens- und Verbrauchsstichprobe 2018 erhoben.

Corona: Musiker in Hartz IV
Corona: Musiker in Hartz IV

Wie ist der Hartz-IV-Regelsatz aufgebaut?

Im sogenannten Regelbedarfermittlungsgesetz sind die einzelnen Posten aufgeschlüsselt. Auf Basis des Ausgabeverhaltens einkommensschwacher Menschen aus dem Jahr 2018, ergeben sich für Alleinstehende folgende Summen:

Nahrungsmittel, Getränke, Tabakwaren 150,93 Euro
Bekleidung und Schuhe 36,09 Euro
Energie, Wohnungsinstandhaltung 36,87 Euro
Innenausstattung, Haushaltsgeräte und -gegenstände 26,49 Euro
Gesundheitspflege 16,60 Euro
Verkehr 39,01 Euro
Post und Telekommunikation                                          38,89 Euro
Freizeit, Unterhaltung und Kultur 42,44 Euro
Bildungswesen 1,57 Euro
Beherbergungs- und Gaststättendienstleistungen 11,36 Euro
Andere Waren und Dienstleistungen 34,71 Euro

Zusammen macht das 434,96 Euro. Um den Regelsatz an aktuelle Preis- und Lohnentwicklungen anzupassen, wurden die Beträge zu Beginn des Jahres 2021 um 2,57 Prozent erhöht, was den derzeitigen Regelsatz von 446 Euro für Alleinstehende ergibt.

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Was steckt nicht im Regelsatz?

Ausgenommen von dem Regelsatz sind Ausgaben, die bereits anderweitig gedeckt werden. Miete und Heizkosten zahlt das Amt zum Beispiel zusätzlich - allerdings nur in angemessener Höhe.

Bei besonderen Lebensumständen, wie Krankheit, kann das Jobcenter auch höhere Regelsätze bewilligen. Und auf Antrag werden auch einmalige Leistungen übernommen, wenn zum Beispiel eine Wohnung neu bezogen wird und keine Möbel und sonstige Ausstattung vorhanden sind.

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