Straftat

Im Wahlkampf: Grünen-Chef Robert Habeck erhält Morddrohung

Robert Habeck will trotz der Drohung alle Wahlkampftermine wahrnehmen.

Robert Habeck will trotz der Drohung alle Wahlkampftermine wahrnehmen.

Foto: Michael Kappeler / dpa

Im Netz hat ein Mann zu „schweren Straftaten“ gegen Grünen-Chef Robert Habeck aufgerufen. Die Polizei durchsuchte dessen Wohnung.

Erfurt. Über die sozialen Netzwerke soll Grünen-Chef Robert Habeck eine Morddrohung erhalten haben. Die Drohung vor einer Wahlkampf-Veranstaltung in Thüringen an diesem Wochenende sei am Montag in einem sozialen Netzwerk veröffentlicht worden, sagte der Spitzenkandidat der Thüringer Grünen für die Landtagswahl, Dirk Adams.

Adams hatte sie nach eigenen Angaben in den Kommentaren zu den dort aufgelisteten Wahlkampfterminen entdeckt. Verdächtig ist ein 27-Jähriger aus Nordthüringen, dessen Wohnung die Polizei am Freitag durchsuchte. In Thüringen wird am 27. Oktober ein neuer Landtag gewählt.

Wahlkampftermine finden wie geplant statt

Gegen den Mann ermittelt die Staatsanwaltschaft Mühlhausen, wie das Landeskriminalamt am Freitag mitgeteilt hatte. Nach derzeitigen Erkenntnissen habe der Mann in einem sozialen Netzwerk zu „schweren Straftaten“ gegen Habeck aufgerufen.

„Ich bin entsetzt über das Maß an Aggression und Gewalt, das sich Bahn bricht“, erklärte Adams. Trotzdem wolle sich die Partei im Wahlkampf nicht einschüchtern lassen. Habeck ist am Wochenende unter anderem im nordthüringischen Bleicherode unterwegs ist. Alle Wahlkampftermine würden wie geplant absolviert, teilte eine Sprecherin des Grünen-Bundesverbandes mit.

Morddrohung auch gegen Mike Mohring

Adams hat nach dem Entdecken des Aufrufs in dem Netzwerk nach eigenen Angaben unverzüglich die Polizei verständigt. „Sie hat die Drohung ebenso ernst genommen wie wir.“

Es ist nicht erste Morddrohung gegen einen Thüringer Spitzenpolitiker im Wahlkampf. Ende September war eine Morddrohung per Postkarte gegen CDU-Landeschef und-Spitzenkandidat Mike Mohring bekannt geworden. Sie nahm nach Parteiangaben indirekt Bezug auf den Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke . Auch hier ermittelt das LKA. (jb/dpa)