Rechtsextremismus

Gedenkbaum für Mordopfer der NSU-Terrorzelle abgesägt

In Zwickau wurde ein Baum abgesägt, der in Gedenken an das NSU-Mordopfer Enver Simsek gepflanzt worden war.

In Zwickau wurde ein Baum abgesägt, der in Gedenken an das NSU-Mordopfer Enver Simsek gepflanzt worden war.

Foto: Sebastian Willnow / dpa

Ein in Gedenken an ein NSU-Mordopfer gepflanzter Baum wurde in Zwickau abgesägt. Enver Simsek war das erste Opfer der NSU-Terroristen.

Zwickau. Ein Baum, der in Gedenken an ein Mordopfer der NSU gepflanzt wurde, ist nach Angaben der Stadt Zwickau abgesägt worden. Die Eiche sollte an Enver Simsek erinnern, der am 9. September 2000 von Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt angeschossen wurde und zwei Tage später starb.

Die Rechtsterroristen hatten insgesamt neun Schüsse auf den Blumenhändler abgefeuert. Die Zwickauer Oberbürgermeisterin Pia Findeiß (SPD) hatte in einer Mitteilung am Donnerstag verkündet: „Das Absägen des Baumes zeugt von Intoleranz, mangelndem Demokratieverständnis und von Verachtung gegenüber Terroropfern und deren Angehörigen.“

NSU-Terroristen lebten zuletzt in Zwickau

Fast 14 Jahre lang agierte der „Nationalsozialistische Untergrund“, zu der Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt zählten, im Untergrund, zuletzt in Zwickau. Erst nach dem Suizid von Mundlos und Böhnhardt im Jahr 2011 wurden die Taten der Terrorzelle bekannt. Insgesamt ermordeten die Terroristen neun Männer türkischer und griechischer Herkunft sowie eine Polizistin, verübten zwei Sprengstoffanschläge und mehrere Raubüberfälle.

Der Prozess gegen Beate Zschäpe dauerte fünf Jahre und erstreckte sich über 430 Verhandlungstage. Die Angeklagte wurde wegen Mordes in zehn Fällen, Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung und schwerer Brandstiftung zu lebenslanger Haft verurteilt. (dpa/lhel)