Diplomatie

Kelly Knight Craft soll neue UN-Botschafterin der USA werden

Kelly Knight Craft ist bisher US-Botschafterin in Kanada.

Kelly Knight Craft ist bisher US-Botschafterin in Kanada.

Foto: Adrian Wyld / dpa

Kelly Knight Craft ist US-Botschafterin in Kanada und gilt als diplomatisches Leichtgewicht. Donald Trump will sie nun zur UN schicken.

Washington.  Die Gattin eines reichen Unternehmers in der Kohle-Industrie soll künftig Amerikas Interessen bei den Vereinten Nationen vertreten. Kelly Knight Craft (56, wird am Sonntag 57), die für ihr finanzielles Engagement 2017 mit dem Posten der US-Botschafterin in Kanada belohnt wurde, soll laut Trump die Nachfolge von Nikki Haley bei den UN antreten.

Die ehemalige Gouverneurin von South Carolina hatte sich in New York schnell eigenes Profil erarbeitet, im vergangenen Jahr aber überraschend ihren Rückzug angekündigt. Heather Nauert, eine ehemalige Moderatorin des TV-Senders Fox News und zuletzt Sprecherin des Außenministeriums, stieg in der vergangenen Woche noch vor der obligatorischen Anhörung im Senat aus dem Bewerbungsverfahren aus. Heather Nauert hatte illegal eine Kinderfrau aus dem Ausland beschäftigt.

Craft hat in ihrer Zeit als Diplomatin in Ottawa nur einmal für Schlagzeilen gesorgt. 2017 sagte sie in einem TV-Interview, dass es in der Klimawandel-Debatte auf „beiden Seiten akkurate Wissenschaft gibt“.

Kelly Knight Crafts Mann spendete Millionen an Trump und Republikaner

Mit der Auswahl Crafts, die Trump von Senatsmehrheitsführer Mitch McConnell empfohlen worden war, der wie die Crafts aus dem Bundesstaat Kentucky stammt, kommt nach Ansicht von US-Medien ein „politisches Leichtgewicht“ nach New York. Trump und sein Außenminister Mike Pompeo lobten die Ehefrau des Milliardärs Joseph Craft, Chef des Kohle-Unternehmens Alliance Resource Partner, dagegen für ihre „herausragende Arbeit in Kanada“. Joseph Craft hatte 2016 Donald Trumps Wahlkampagne und andere Republikaner mit rund zwei Millionen Dollar unterstützt.

Unter Kelly Knight Crafts Führung werde Amerika bei den Vereinten Nationen optimal vertreten, so Trump. Das Ehepaar Craft genießt nach Berichten der Washington Post in Hotels, die zum Trump-Imperium gehören, wegen mehr als 20 Übernachtungen VIP-Status. Mit der Nominierung Crafts haben sich Meldungen, wonach der deutsche US-Botschafter Richard Grenell für den UN-Job ausgeguckt sei, als gegenstandslos erwiesen. Mit einer anderen Stellenbesetzung sorgte die Familie Trump zuletzt für Schlagzeilen: Ivanka Trump soll Kandidatin für den Weltbank-Vorsitz sein.