Arbeitserlaubnis

Warum Donald Trumps designierte UN-Botschafterin absagt

Ex-Moderatorin Heather Nauert sollte die Botschafterin der USA bei den Vereinten Nationen werden. Jetzt zog sie ihre Bewerbung zurück.

Ex-Moderatorin Heather Nauert sollte die Botschafterin der USA bei den Vereinten Nationen werden. Jetzt zog sie ihre Bewerbung zurück.

Foto: Alex Brandon / dpa

Sie soll eine Nanny ohne Arbeitserlaubnis beschäftigt haben: Trumps designierte UN-Botschafterin Heather Nauert zieht Bewerbung zurück.

Washington.  Moderatorin bei Donald Trumps Lieblings-TV-Sender Fox News. Danach zwei Jahre Sprecherin des amerikanischen Außenministeriums. Und demnächst US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen: In diesen Wochen hätte der steile Aufstieg von Heather Nauert eine weitere Etappe nehmen sollen.

Perdu: Die 49-Jährige zog am Samstagabend (Ortszeit) überraschend ihre Bewerbung für die Nachfolge von Nikki Haley bei den UN zurück. Die Begründung ließ aufhorchen. Die vergangenen zwei Monate seien für sie und ihre Familie „mörderisch strapaziös“ gewesen, ließ sie das Außenministerium mitteilen, darum sei es am besten, wenn sie ihre Bewerbung zurückziehe.

Heather Nauerts Nanny hatte wohl keine Arbeitserlaubnis

Was so belastend war, beschreiben der Nachrichtendienst Bloomberg und die „New York Times“ so: Noch bevor Nauerts Kandidatur offiziell bei dem als Genehmigungsinstanz auftretenden Senat in Washington angemeldet wurde, taten sich in der Biographie der zweifachen Mutter Probleme auf: Sie hatte für ihre Kinder eine Nanny beschäftigt, die sich zwar legal in den USA aufhielt, aber nicht über die nötige Arbeitserlaubnis verfügte.

Spätestens bei der Senatsanhörung wäre das Thema aufgeflogen und hätte ihre Bestätigung voraussichtlich verhindert.

In Trumps Golf-Klubs waren illegale Einwanderer beschäftigt

In Washington rief der Fall Erinnerungen an Medienberichte über illegale Beschäftigung bei Donald Trump wach. Die „Washington Post“ hatte vor kurzem herausgefunden, dass gut zwei Dutzend Latein-Amerikaner ohne legalen Aufenthaltsstatus mit Wissen des Managements in mehreren Golf-Klubs Trumps gearbeitet haben.

Das Blatt zitierte unter anderem den Arbeiter Mauricio Garro aus Costa Rica, der fünf Jahre lang als Illegaler für Trump in Bedminster/New Jersey tätig war. „Praktisch mein ganzes Dorf hat da gelebt.“

Demokraten hatten schon bei Nominierung an Nauert gezweifelt

Außenminister Mike Pompeo, dem die US-Botschafter hierarchisch unterstellt sind, erklärte, er „respektiere“ die Entscheidung Nauerts. Als seine Sprecherin habe sie „beispiellose Exzellenz“ bewiesen.

Vertreter der Demokraten hatten schon bei der Bekanntgabe der Personalie durch Trump im Dezember Zweifel angemeldet. Nauert fehle es an „diplomatischer Erfahrung und Expertise“, sagten sie. Das Weiße Haus will in Kürze einen neuen Personalvorschlag für den Spitzenposten bei den Vereinten Nationen machen.