Weihnachtsvisite

US-Präsident Trump macht Zwischenstopp in Ramstein

Ein Autogramm auf von US-Präsident Donald Trump – die Soldaten in Ramstein freut es.

Ein Autogramm auf von US-Präsident Donald Trump – die Soldaten in Ramstein freut es.

Foto: JONATHAN ERNST / REUTERS

Hoher Besuch zu Weihnachten: US-Präsident Donald Trump und First Lady Melania als überraschende Gäste.

Washington.  Zwei Jahre mussten die Soldaten warten, jetzt haben ihnen US-Präsident Donald Trump und seine Frau Melania doch noch einen Besuch im Irak abgestattet – überraschend zu Weihnachten.

Auf dem Rückflug machte Trump sogar einen kurzen Zwischenstopp in Deutschland. Die Präsidentenmaschine landete am frühen Donnerstagmorgen auf dem US-Stützpunkt in Ramstein, Rheinland-Pfalz.

Donald Trump: „Hallo Leute“

Zuerst gab es nach Angaben des Weißen Hauses ein Gespräch mit Offizieren an Bord der Air Force One, dann sei Trump zusammen mit seiner Frau in einen Hangar gegangen, wo bereits zahlreiche amerikanische Soldaten auf sie warteten.

Die Begrüßung fiel dann – typisch Trump – auch eher kumpelhaft aus „Hallo, Leute“, sagte er laut Regierungsangaben. Er schüttelte zahlreiche Hände und posierte zusammen mit der First Lady seine Frau für Fotos und Selfies mit den Truppen.

Einige Stunden zuvor hatte Sarah Sanders, Sprecherin des Weißen Hauses, auf Twitter geschrieben, der Präsident und die First Lady seien in den Irak gereist, um die Truppen zu besuchen, den Soldaten für ihren Einsatz zu danken und ihnen frohe Weihnachten zu wünschen.

Sie veröffentlichte dazu ein Foto von Trump und seiner Frau gemeinsam mit Soldaten. Für den Präsidenten ist es in seiner Amtszeit der erste Besuch bei Kampftruppen im Ausland überhaupt.

Trump: USA sind nicht weiter „Weltpolizist“

Trump verteidigte bei seinem Besuch den angekündigten und international heftig umstrittenen Abzug aller amerikanischen Soldaten aus Syrien. „Die Vereinigten Staaten können nicht weiter der Weltpolizist sein“, begründete Trump den Schritt nach Angaben von mitreisenden Journalisten.

„Wir möchten nicht mehr von Ländern ausgenutzt werden, die uns und unser unglaubliches Militär nutzen, um sich zu schützen. Sie zahlen nicht dafür!“, betonte der Präsident. Es sei nicht fair, wenn allein die Vereinigten Staaten diese Last trügen.

Mit Blick auf die zahlreichen US-Militäreinsätze in der Welt sagte Trump: „Wir sind auf der ganzen Welt verteilt. Wir sind in Ländern, von denen die meisten Menschen noch nicht einmal gehört haben. Ehrlich gesagt, es ist lächerlich.“

In den vergangenen Monaten war der Druck auf Trump gestiegen, Truppen im Kampfgebiet einen Besuch abzustatten. Aus Sicherheitsgründen werden solche Trips nie vorher öffentlich angekündigt. Auf seinem Rückweg will Trump zudem den US-Stützpunkt Ramstein in Deutschland besuchen.

Trump postet pathetisches PR-Video

Nicht zuletzt nutzte der US-Präsident den Besuch für Werbung in eigener Sache genutzt. Über Twitter verbreitete er einen 83-sekündigen Clip, der wie ein perfekt inszeniertes PR-Video daherkam.

Die Bilder zeigten Trump inmitten von vollausgerüsteten Soldaten, der Präsident mit einem breiten Grinsen und Daumen-hoch-Geste. Ein paar Sequenzen später war Trump dann ganz der verständnisvolle Zuhörer und der eifrige Händeschüttler, noch später das gefragte Fotomotiv, schließlich das prominente Ziel von Autogrammjägern in Uniformen.

Unruhige Zeiten für Donald Trump

Trumps Besuch fällt in eine Zeit größtmöglicher Turbulenzen im US-Verteidigungsministerium. Der Pentagon-Chef James Mattis hatte vor wenigen Tagen seinen Rücktritt angekündigt – wegen grundlegender inhaltlicher Meinungsverschiedenheiten mit Trump.

Der Präsident hatte kurz zuvor verkündet, alle US-Soldaten aus Syrien abzuziehen. Er begründete diesen Schritt damit, dass die Terrororganisation IS komplett besiegt sei. Die Entscheidung sorgte national wie international für einen Aufschrei. Experten halten den IS keineswegs für besiegt und einen Abzug für fatal.

Shutdown – Regierungsstillstand wegen Mauerbau-Streit

Auch in Afghanistan will Trump die Truppenstärke stark reduzieren – Medienberichten zufolge will er die Hälfte der Soldaten dort abziehen. Diese Entscheidung stieß ebenfalls auf viel Kritik. Trump entschied sich mit dem Irak nun für einen Truppenbesuch in einem anderen Krisengebiet.

Seine Visite fällt auch in eine Phase anderer innenpolitischer Turbulenzen. Wegen eines erbitterten Streits mit den oppositionellen Demokraten über den Haushalt und die Grenzsicherung zu Mexiko stehen seit Tagen die Regierungsgeschäfte in den USA teilweise still.

(dpa/rtr/cho)