US-Präsident

Trump feuert Stabschef Kelly – Nachfolger gibt es wohl schon

Foto: Jonathan Ernst / REUTERS

Der US-Präsident hat den nächsten Stabschef im Weißen Haus verschlissen – sagt aber über Kelly, dieser sei "ein großartiger Kerl".

Washington.  Mal wieder eine Rochade im Weißen Haus: US-Präsident Donald Trump wechselt zum zweiten Mal seinen Stabschef aus. Noch-Amtsinhaber John Kelly werde Ende des Jahres gehen, sagte Trump am Samstag in Washington.

Ein Nachfolger steht offenbar auch schon fest: Nick Ayers. Er ist bisher Stabschef von Vizepräsident Mike Pence – und erst 36 Jahre alt.

John Kelly, ehemaliger Marine-General und kurzzeitige Heimatschutzminister, ist nach Reince Priebus schon der zweite Stabschef, den Donald Trump entlässt. und das ist nicht mal zwei Jahren Amtszeit.

Zweite große Personalie seit den Wahlen

Der 68-jährige Kelly hatte sich in den vergangenen Wochen und Monaten mehr und mehr mit dem Präsidenten überworfen. Über seinen bevorstehenden Abgang war in Washington seit Monaten spekuliert worden. Erst am Freitag hatte CNN berichtet, Kelly stehe vor dem Rücktritt.

Der Abgang von Kelly ist schon die zweite große Personalie im Umfeld Trumps seit den Kongresswahlen am 6. November. Zuvor hatte er sich bereits von seinem Justizminister Jeff Sessions getrennt. Davor hatte es Dutzende Personalwechsel gegeben – zu den aufsehenerregendsten hatte die angeblich per Twitter erfolgte Entlassung von Außenminister Rex Tillerson gehört.

Trump selbst hatte auf Kritik an seiner als unstet empfundenen Personalpolitik stets geantwortet, es sei völlig normal, dass hoch qualifizierte Menschen im Öffentlichen Dienst immer wieder ausgetauscht werden und in die besser bezahlte Privatwirtschaft wechseln.

Weitere Personalien im Weißen Haus

Allerdings hatte Trump seinem Vorgänger Barack Obama noch heftige Vorwürfe gemacht, als dieser 2012 den dritten Stabschef binnen drei Jahren ins Weiße Haus geholt hatte. Die vielen Wechsel seien Teil der Ursache dafür, dass Obama seine politische Agenda nicht voranbringen könne, hatte Trump damals argumentiert.

Am Samstag gab der Präsident zudem bekannt, dass er Armee-General Mark Milley zum Generalstabschef der US-Streitkräfte ernennen will. Milley würde Marine-General Joseph Dunford nachfolgen, der normalerweise bis zum 1. Oktober 2019 im Amt bleiben sollte. Den Zeitpunkt für den Wechsel ließ Trump offen. (dpa/rtr)