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Reformationstag 2021: Das steckt hinter dem Feiertag

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Reformationstag: Das muss man wissen

Reformationstag: Das muss man wissen

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Am 31. Oktober feiern evangelische Christen die Erneuerung der Kirche durch Luther. Wir erklären, worum es beim Reformationstag geht.

Berlin. Am 31. Oktober wird in Teilen Deutschlands und Österreichs der Reformationstag gefeiert. In der Schweiz wird der Reformationstag am ersten Sonntag im November begangen – also am ersten Sonntag nach dem 31. Oktober.

Evangelische Christen erinnern damit an die von Martin Luther (1483 - 1546) ausgelöste Bewegung der kirchlichen Erneuerung. In insgesamt neun deutschen Bundesländern gibt es dafür einen Feiertag. In Bundesländern, in denen kein arbeitsfreier Tag ist, haben die Landeskirchen ihre zentralen Veranstaltungen teilweise auf die Abendstunden gelegt. Das sind die wichtigsten Fragen und Antworten zum Reformationstag.

Reformationstag – warum ist das ein Feiertag?

Evangelische Christen feiern am 31. Oktober den Beginn der kirchlichen Erneuerung (lateinisch: Reformation) durch Martin Luther (1483-1546). Am 31. Oktober 1517 soll der Theologe seine 95 Thesen zu Buße und Ablass an die Tür der Schlosskirche in Wittenberg angeschlagen haben.

Darin kritisierte der Augustiner-Mönch unter anderem die Praxis der katholischen Kirche, Gläubigen gegen eine Geldzahlung die Sünden erlassen. Aus Angst vor dem Fegefeuer kauften die Menschen damals Ablassbriefe, um sich von ihren Sünden zu befreien. Für den Papst und die Kirche eine gute Einnahmequelle: Mit dem Geld sollte die Erneuerung des Petersdoms in Rom finanziert werden.

Martin Luther sah im Ablasshandel einen Missbrauch und rief zur Rückbesinnung auf die biblischen Grundlagen des Evangeliums auf. Der Theologieprofessor sah seine Thesen als Aufruf zu einem wissenschaftlichen Streitgespräch an und verschickte sie auch an kirchliche und weltliche Würdenträger.

Wann ist Reformationstag 2021?

Wie jedes Jahr findet der Reformationstag am 31. Oktober statt. Dieses Jahr fällt der Tag auf einen Sonntag. Viele Berufstätige können sich also nicht über einen freien Arbeitstag freuen. Zeitgleich wird in den USA und mittlerweile auch vielerorts in Deutschland Halloween gefeiert.

Vor vier Jahren – zum 500. Jahrestag der Veröffentlichung von Luthers Thesen – konnten sich sogar alle Bundesländer über den Tag als zusätzlichen gesetzlichen Feiertag freuen.

An diesen Tagen findet der Reformationstag in den nächsten Jahren statt:

  • Reformationstag 2021 am 31. Oktober, ein Sonntag
  • Reformationstag 2022 am 31. Oktober, ein Montag
  • Reformationstag 2023 am 31. Oktober, ein Dienstag
  • Reformationstag 2024 am 31. Oktober, ein Donnerstag
  • Reformationstag 2025 am 31. Oktober, ein Freitag

In welchen Bundesländern ist der Reformationstag ein gesetzlicher Feiertag?

2021 fällt der Reformationstag auf einen Sonntag. In anderen Jahren dürfen sich in insgesamt neun Bundesländern die Menschen über einen arbeitsfreien Tag freuen. Hier ist der 31. Oktober ein Feiertag:

In welchen Bundesländern ist am Reformationstag kein Feiertag?

In sieben Bundesländern ist der Reformationstag ein normaler Arbeitstag. Das sind:

  • Bayern
  • Baden-Württemberg
  • Berlin
  • Hessen
  • Rheinland-Pfalz
  • Nordrhein-Westfalen
  • Saarland

Warum ist der Reformationstag nicht überall ein Feiertag?

Das hat religiöse Gründe. Nur in Bundesländern, die stark evangelisch geprägt sind, ist der Reformationstag ein Feiertag. In eher katholischen Ländern haben die Menschen dafür am 1. November frei. Dann wird Allerheiligen gefeiert.

Was passierte bei der Reformation?

Die von Luther und anderen Vordenkern angestoßene Erneuerungsbewegung im frühen 16. Jahrhundert wird als Reformation bezeichnet. Viele sahen die Entwicklungen in der römischen Kirche ähnlich kritisch wie Martin Luther. In ganzen Fürstentümern und Städten wurden seine Forderungen umgesetzt. Damit entzogen sich diese Herrschaftsgebiete des Einflusses von Kaiser und Papst.

Adel und die römische Kirche verloren an Macht, protestantische Kirchen entstanden – die Anhänger Luthers wurden Protestanten oder Lutheraner genannt. Durch den Buchdruck verbreiteten sich seine Schriften schnell, und das in der jeweiligen Landessprache, nicht mehr in Latein.

Nationalsprachen und -kulturen entwickelten sich, neue Schulsysteme trugen zur Bildung des breiten Volkes bei. Als christliche Erneuerungsbewegung beseitigte die Reformation auch religiös begründete Beschränkungen von Handel und Bankwesen. Schließlich spaltete sich die evangelische Kirche von der katholischen ab.

Reformation gehört zu wichtigsten Bewegungen

Neben der Französischen Revolution und der Renaissance gehört die Reformation zu den wichtigsten politischen und geistesgeschichtlichen Bewegungen Europas. Sie markierte den Übergang vom Mittelalter in die Neuzeit.

(fmg)

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