Kirche

Reformationstag 2019 – Alles Wissenswerte zum Feiertag

Reformationstag: Das muss man wissen
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Am 31. Oktober feiern evangelische Christen die Erneuerung der Kirche durch Luther. Wir erklären, worum es beim Reformationstag geht.

Berlin.  Am 31. Oktober wird in Teilen Deutschlands und Österreichs der Reformationstag gefeiert. In der Schweiz wird der Reformationstag am ersten Sonntag im November begangen - also am ersten Sonntag nach dem 31. Oktober. Evangelische Christen erinnern damit an die von Martin Luther (1483 - 1546) ausgelöste Bewegung der kirchlichen Erneuerung. In insgesamt neun deutschen Bundesländern gibt es dafür einen Feiertag.

In Bundesländern, in denen kein arbeitsfreier Tag ist, haben die Landeskirchen ihre zentralen Veranstaltungen teilweise auf die Abendstunden gelegt.

„Der Reformationstag soll ein Fest der Gemeinden sein. Ein Fest, bei dem wir uns auf Jesus Christus als den Grund unseres Glaubens zurückbesinnen, uns aber auch gemeinsam Zeit nehmen, um über die Zukunft unserer Kirche nachzudenken“, sagte der EKD-Ratsvorsitzende, der bayerische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm. Er freue sich aber auch darüber, dass der Reformationstag insbesondere dort, wo er als gesetzlicher Feiertag verankert ist, über die Kirche und Gemeinden hinaus an gesellschaftlicher Bedeutung gewonnen habe.

In vielen deutschen Städten werde an den Beginn der Reformation durch Martin Luther (1483-1546) und die Entstehung der evangelischen Kirche vor 502 Jahren erinnert, hieß es weiter. So gebe es in der Hamburger Hauptkirche St. Petri einen ökumenischen Gottesdienst mit einer Gastpredigt zum Thema „Wahrheit“ von Lutz Marmor, Intendant des Norddeutschen Rundfunks (NDR), Bischöfin Kirsten Fehrs, Hauptpastor Jens-Martin Kruse und ökumenischen Gästen.

Am 31. Oktober wird auch an die vor 20 Jahren unterzeichnete historische Ökumene-Erklärung zur Rechtfertigungslehre erinnert. Lutheraner, Katholiken, Methodisten, Reformierte und Anglikaner begehen das Jubiläum mit einem zentralen Gottesdienst in der Stuttgarter Stiftskirche. Nach Angaben des Lutherischen Weltbundes (LWB) werden weltweit am 31. Oktober Gottesdienste zum Jubiläum der Erklärung gefeiert. Der 1947 gegründete Lutherische Weltbund repräsentiert mehr als 75,5 Millionen Christen.

Das sind die wichtigsten Fragen und Antworten zum Reformationstag:

Reformationstag - warum ist das ein Feiertag?

Evangelische Christen feiern am 31. Oktober den Beginn der kirchlichen Erneuerung (lateinisch: Reformation) durch Martin Luther (1483-1546). Am 31. Oktober 1517 soll der Theologe seine 95 Thesen zu Buße und Ablass an die Tür der Schlosskirche in Wittenberg angeschlagen haben.

Darin kritisierte der Augustiner-Mönch unter anderem die Praxis der katholischen Kirche, Gläubigen gegen eine Geldzahlungen die Sünden erlassen. Aus Angst vor dem Fegefeuer kauften die Menschen damals Ablassbriefe, um sich von ihren Sünden zu befreien.

Für den Papst eine gute Einnahmequelle: Mit dem Geld sollte die Erneuerung des Petersdoms in Rom finanziert werden.

500 Jahre Reformation - Das muss man jetzt wissen
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Martin Luther sah im Ablasshandel einen Missbrauch und rief zur Rückbesinnung auf die biblischen Grundlagen des Evangeliums auf. Der Theologieprofessor sah seine Thesen als Aufruf zu einem wissenschaftlichen Streitgespräch an und verschickte sie auch an kirchliche und weltliche Würdenträger.

Wann ist Reformationstag 2019?

Wie jedes Jahr findet der Reformationstag am 31. Oktober statt. Dieses Jahr fällt der Tag auf einen Donnerstag. Vor zwei Jahren – zum 500. Jahrestag der Veröffentlichung von Luthers Thesen – konnten sich sogar alle Bundesländer über den Tag als zusätzlichen gesetzlichen Feiertag freuen.

An diesen Tagen findet der Reformationstag in den nächsten Jahren statt:

  • Reformationstag 2020 am 31. Oktober, ein Samstag (aufgrund des Schaltjahres)
  • Reformationstag 2021 am 31. Oktober, ein Sonntag
  • Reformationstag 2022 am 31. Oktober, ein Montag

In welchen Bundesländern ist der Reformationstag ein gesetzlicher Feiertag?

In insgesamt neun Bundesländern dürfen sich die Menschen über einen freien Tag freuen. Bei diesen handelt es sich um:

  • Brandenburg
  • Bremen
  • Hamburg
  • Mecklenburg-Vorpommern
  • Niedersachsen
  • Sachsen
  • Sachsen-Anhalt
  • Schleswig-Holstein
  • Thüringen

In welchen Bundesländern ist am Reformationstag kein Feiertag?

In sieben Bundesländern ist der Reformationstag ein normaler Arbeitstag. Das sind:

  • Bayern
  • Baden-Württemberg
  • Berlin
  • Hessen
  • Rheinland-Pfalz
  • Nordrhein-Westfalen
  • Saarland

Warum ist der Reformationstag nicht überall ein Feiertag?

Das hat religiöse Gründe. Nur in Bundesländern, die eine starke evangelische Prägung haben, ist der Reformationstag ein Feiertag. In eher katholischen Ländern haben die Menschen dafür am 1. November frei. Dann wird Allerheiligen gefeiert.

Berlin geht dagegen an beiden Tagen leer aus. Und das ist kein Einzelfall, denn die Feiertage sind ziemlich ungerecht in Deutschland verteilt.

Was passierte bei der Reformation?

Die von Luther und anderen Vordenkern angestoßene Erneuerungsbewegung im frühen 16. Jahrhundert wird als Reformation bezeichnet. Viele sahen die Entwicklungen in der römischen Kirche ähnlich kritisch wie Martin Luther.

In ganzen Fürstentümern und Städten wurden seine Forderungen umgesetzt. Damit entzogen sich diese Herrschaftsgebiete des Einflusses von Kaiser und Papst.

Adel und die römische Kirche verloren an Macht, protestantische Kirchen entstanden – die Anhänger Luthers wurden Protestanten oder Lutheraner genannt. Durch den Buchdruck verbreiteten sich seine Schriften schnell, und das in der jeweiligen Landessprache, nicht mehr in Latein.

Nationalsprachen und -kulturen entwickelten sich, neue Schulsysteme trugen zur Bildung des breiten Volkes bei. Als christliche Erneuerungsbewegung beseitigte die Reformation auch religiös begründete Beschränkungen von Handel und Bankwesen. Schließlich spaltete sich die evangelische Kirche von der katholischen ab.

Reformation gehört zu wichtigsten Bewegungen

Neben der Französischen Revolution und der Renaissance gehört die Reformation zu den wichtigsten politischen und geistesgeschichtlichen Bewegungen Europas. Sie markierte den Übergang vom Mittelalter in die Neuzeit.

Sind am Reformationstag trotzdem Behördengänge oder die Auszahlung von Hartz IV möglich?

Kurz vor dem Feiertag in einigen Bundesländern fragen sich viele Bürger, ob am Reformationstag - also am 31. Oktober - auch Besuche bei Ämtern oder andere Behördenvorgänge möglich sind. So fällt beispielsweise die Auszahlung von Hartz IV eigentlich auf den 31. Oktober. Bekommen Hartz-IV-Bezieher ihr Geld nun also später? Nein, in den Bundesländern, in denen der Reformationstag ein Feiertag ist, wird das Arbeitslosengeld II bereits am Mittwoch, 30. Oktober 2019, ausgezahlt.

(moi/bekö/mbr/ac)