Trump-Besuch

Kanye West hält wirre Rede beim Besuch im Weißen Haus

Kanye West zu Trump: "Ich liebe diesen Kerl!"

Der Rapper hielt bei einem Besuch im Oval Office einen Lobes-Monolog auf den Präsidenten. Kurz vor den US-Kongresswahlen dürfte Trump das gelegen kommen.

Kanye West zu Trump: "Ich liebe diesen Kerl!"

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Trump ist selbst ein Meister unkonventioneller Auftritte. Doch der Besuch von Kanye West dürfte auch ihn überrascht haben.

Berlin.  Erneut sorgt der Rapper Kanye West mit umstrittenen Thesen zur Sklaverei in den USA und seiner Unterstützung für US-Präsident Donald Trump für Diskussionen. Während eines Besuches bei Trump am Donnerstag hielt West eine etwa zehnminütige Rede, bei der er hauptsächlich schrie.

West war mit einer Kappe im Büro des Präsidenten erschienen, die an das Modell erinnerte, das Trump während des Präsidentschaftswahlkampes 2016/2017 selbst getragen hatte. Die Aufschrift bei West wie bei Trump: „Make America Great Again“ („Lasst uns Amerika wieder groß machen“). Wo die Mütze hergestellt wurde, wurde nicht klar.

Umso deutlicher machte der Mann von Kim Kardashian, wo Produkte für den US-Markt in Zukunft hergestellt werden sollen: in den USA. „Wenn wir alles in China herstellen lassen und nicht in Amerika, dann begehen wir Verrat an unserem Land“, so West wörtlich.

Kanye West fuchtelt vor Donald Trump mit iPhone herum

Während seiner Wutrede fuchtelte der Rapper aufgeregt mit seinem iPhone herum – das zu großen Teilen in China gefertigt wird. Kritiker hatten bereits in den letzten Wochen darauf hingewiesen, wie bizarr Kanye Wests Unterstützung von Trumps Wirtschaftspolitik nach dem Motto „America first“ („Amerika zuerst“) ist. Die britische Boulevard-Zeitung „Mirror“ hatte 2017 berichtet, dass Turnschuhe („Yeezy Boost 350 V2“), die Kanye West in Kollaboration mit Adidas vertreibt, in China gefertigt werden.

In seiner Rede griff West auch das Thema Sklaverei auf. In einem Interview mit dem Promiportal TMZ hatte West für Aufsehen gesorgt, weil er schwarzen Amerikanern vorgeworfen hatte, dass sie sich die Sklaverei teilweise ausgesucht hätten, wenn die Phase der Sklaverei mehrere Hundert Jahre angedauert hätte.

Beim Besuch im Weißen Haus sagte West nun, dass er mit solchen Aussagen nur auf den Kern der Rassismus-Debatte stoßen wolle. Immer wieder rief West: „Wir müssen Liebe verbreiten.“

Auch Kim Kardashian war schon im Weißen Haus zu Gast

Für US-Präsident Donald Trump, der selbst Meister der umstrittenen Auftritte ist, schien der Besuch von Kanye West auch sehr ungewöhnlich gewesen zu sein. Wie der US-Sender CBS berichtet, soll Trump gesagt haben: „Na das war ja etwas“ („That was quite something.“). Auf die Frage eines Journalisten, ob West ein zukünftiger Präsidentschaftskandidat sein könnte, sagte Trump: „Das könnte sehr gut sein.“

Vor Kanye West war bereits seine Frau Kim Kardashian West bei Donald Trump zu Gast. Sie setzte sich bei dem Besuch für eine Reform des Strafvollzugs in den USA ein. Kardashian übte auch Druck auf Trump im Fall der 63-jährigen Alice Marie Johnson aus. Nach dem Besuch des Reality-TV-Stars wurde Johnson von Trump begnadigt. Sie hatte seit den 1990er Jahren wegen Drogendelikten im Gefängnis gesessen. (mit dpa-Material)

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