Rede

Donald Trump reagiert auf Gelächter in UN-Vollversammlung

Donald Trump spricht vor der Generalversammlung der Vereinten Nationen.

Donald Trump spricht vor der Generalversammlung der Vereinten Nationen.

Foto: Richard Drew / dpa

US-Präsident Trump hat bei seiner Rede vor der UN für Gelächter gesorgt. Nun behauptet er: Alles Fake-News, man habe zusammen gelacht.

New York.  Das dürfte sich der mächtigste Mann der Welt sicher anders vorgestellt haben: Bei seiner Rede vor der UN-Vollversammlung hat sich US-Präsident Donald Trump zum Gespött der Zuhörer gemacht.

Was war passiert? Trump begann seine Rede in seiner ganz eigenen Trump-Art: mit viel Selbstlob. Ein Jahr zuvor habe er schon einmal vor der Vollversammlung gesprochen und dabei eine Vision für eine bessere Zukunft für die gesamte Menschheit vorgestellt. Jetzt wolle er die herausragenden Fortschritte aufzeigen, die seine Regierung in dieser Zeit gemacht habe.

Trump habe mehr erreicht als fast alle Regierungen zuvor

Denn, so ist sich Trump sicher, seine Regierung habe in weniger als zwei Jahren bereits mehr erreicht, als fast jede andere Regierung der Vereinigten Staaten zuvor. Das sahen viele der Anwesenden offenbar anders und konnten ihr Lachen nicht zurückhalten.

Dem US-Präsident entging das nicht und er unterbrach seine Rede, um nochmal zu versichern, dass dies wahr sei. Daraufhin wurde das Lachen nochmal lauter.

Auch bei seiner Behauptung, dass die Organisation erdölexportierender Länder (Opec) und andere „die Welt ausnehmen“, lachten viele der Anwesenden. Die USA gehören zu den Staaten der Welt, die mit am meisten Öl in andere Länder exportieren.

„Nicht ausgelacht, sondern mit mir gelacht“

Trump nahm das Gelächter offenbar gelassen. Er habe mit dieser Reaktion nicht gerechnet, aber es sei okay für ihn, sagte Trump und überspielte die Lacher.

Nun hat er am Rande einer UN-Generaldebatte verkündet: „Sie haben mich nicht ausgelacht. Sie haben mit mir gelacht“. Er und das Publikum im Saal hätten zusammen „Spaß gehabt“. Die Deutung, dass er teils ausgelacht worden sei, bezeichnete Trump als „Fake News“.

Trump wettert gegen den Iran

Nach dem Gelächter hatte Trump richtig losgelegt und gegen den Iran gewettert. „Wir rufen alle Nationen dazu auf, das iranische Regime zu isolieren, solange seine Aggressionen andauern“, sagte Trump am Dienstag bei seiner Rede. Trumps Drohungen zeigen bereits Wirkung: Firmen ziehen aus dem Iran ab.

Am 5. November solle eine zweite Runde an Sanktionen in Kraft treten, sagte er weiter. Dieses Mal soll es um den Öl-Handel gehen – für den Iran ein wichtiges Geschäftsfeld. Bereits die ersten US-Sanktionen haben das Land schwer getroffen. Die EU sah sich sogar veranlasst, ein Hilfspaket über 50 Millionen Euro zu schicken.

Trump nannte die iranische Führung eine „korrupte Diktatur“ und fügte hinzu: „Die iranischen Führer säen Chaos, Tod und Zerstörung.“ Der US-Präsident ist übrigens auch andere Reaktionen auf seine Auftritte gewöhnt: Bei einem Benefiz-Dinner kurz vor der US-Präsidentenwahl wurde Trump ausgebuht, als er sich über Hillary Clinton lustig machte. (bekö/sige/aba)