Umfrage

Viele Deutsche trauen Kramp-Karrenbauer Kanzlerkandidatur zu

Annegret Kramp-Karrenbauer, Generalsekretärin der CDU, gilt als mögliche nächste Kanzlerkandidatin der Christdemokraten.

Annegret Kramp-Karrenbauer, Generalsekretärin der CDU, gilt als mögliche nächste Kanzlerkandidatin der Christdemokraten.

Foto: Michael Kappeler / dpa

31 Prozent der Deutschen trauen der CDU-Generalsekretärin eine erfolgreiche Kanzlerkandidatur zu. Alle anderen schneiden schlechter ab.

Berlin.  Die Deutschen trauen am ehesten CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer zu, die Union erfolgreich in die nächste Bundestagswahl zu führen. Nach einer Umfrage von Kantar Emnid im Auftrag unserer Redaktion glauben 31 Prozent der Bundesbürger, Kramp-Karrenbauer hätte als Kanzlerkandidatin Erfolg. 44 Prozent sind gegenteiliger Meinung, 25 Prozent machen keine Angabe oder wollen sich nicht festlegen.

Unter den Anhängern der Union geben 51 Prozent ein positives und 36 Prozent ein negatives Votum für die frühere saarländische Ministerpräsidentin ab. Kantar Emnid stellte die Namen von acht führenden CDU-Politikern zur Beurteilung. Alle wurden in der Gesamtbevölkerung überwiegend negativ beurteilt.

57 Prozent glauben nicht an einen fünften Erfolg Merkels

38 Prozent trauen der Bundeskanzlerin und Parteivorsitzenden Angela Merkel zu, auch bei einer fünften Kandidatur gut abzuschneiden. Jedoch ist die Skepsis deutlich stärker ausgeprägt als bei Kramp-Karrenbauer: 57 Prozent können sich einen weiteren Erfolg Merkels nicht vorstellen.

Der häufig als möglicher Kanzlerkandidat der Union genannte Gesundheitsminister Jens Spahn schneidet noch schlechter ab: Nur 19 Prozent können sich eine erfolgreiche Kanzlerkandidatur Spahns vorstellen, 57 Prozent vertreten eine andere Ansicht.

Befragte sehen größere Chancen für Klöckner als für Spahn

Bei Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (zehn Prozent zu 48 Prozent) ist die Differenz zwischen positiver und negativer Bewertung (minus 38) so groß wie bei Spahn. Auf den letzten beiden Plätzen folgen Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (26 zu 65) und der nordrhein-westfälischen Regierungschef Armin Laschet (15 zu 57).

Größere Chancen als Spahn werden – neben Kramp-Karrenbauer und Merkel – Ernährungsministerin Julia Klöckner und Wirtschaftsminister Peter Altmaier zugeschrieben: Klöckner kommt als mögliche Kanzlerkandidatin auf 23 Prozent Zustimmung und 49 Prozent Ablehnung, Altmaier erreicht 25 beziehungsweise 58 Prozent.

Wenig Rückhalt für Spahn unter CDU-Anhängern

Ein vergleichbares Bild ergibt sich unter Unionswählern: Neben Kramp-Karrenbauer (51 zu 36 Prozent) liegen lediglich Merkel (52 zu 44) und Klöckner (43 zu 36) im Plus – und damit in der Rangliste vorn. Auf den Plätzen vier bis acht folgen Altmaier (42 zu 50), Laschet (26 zu 50), von der Leyen (34 zu 61), Günther (13 zu 45) und – an letzter Stelle – Spahn. Dem Gesundheitsminister trauen 24 Prozent der Anhänger von CDU und CSU eine erfolgreiche Kanzlerkandidatur zu, während 60 Prozent dies nicht für wahrscheinlich halten.

Kantar Emnid befragte von 18. bis 20. September 1010 Bundesbürger. Die Rangfolge der möglichen Kanzlerkandidaten ergibt sich aus der Differenz zwischen positiver und negativer Beurteilung.