Spannungen

Erdogan lobt Merkel für Zurückhaltung bei Türkei-Kritik

Das sind die Streitpunkte im deutsch-türkischen Verhältnis

Deutschland und die Türkei sind Partner, zumindest offiziell. Denn die Beziehungen zwischen Berlin und Ankara sind schon seit Monaten angespannt. Von Menschenrechte über Auftrittsverbote - das sind die wichtigsten Konfliktpunkte.

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Präsident Erdogan lobt Bundeskanzlerin Merkel, weil sie die Türkei nicht direkt angreife. Da hatte sie gerade seinen Kurs kritisiert.

Istanbul.  Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat Bundeskanzlerin Angela Merkel wegen eines Verzichts auf Kritik an seinem Land gelobt. „Ich bin recht zuversichtlich, dass sich die Beziehungen verbessern werden“, sagte Erdogan am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters in New York, wo er sich zur UN-Vollversammlung aufhielt.

Er warf „einigen Leuten“ vor, aus politischen Erwägungen heraus „eine falsche Einstellung gegenüber der Türkei einzunehmen in dem Glauben, dass es ihnen Stimmen bringen wird“. Während der jüngsten Spannungen habe Merkel „eine bedeutendere Politik“ verfolgt, „in dem sie darauf verzichtete, die Türkei direkt anzugreifen“.

Merkel kritisierte Türkei zuvor

Merkel hatte Stunden zuvor den Kurs Erdogans kritisiert. Dem MDR sagte sie: „Die Türkei entfernt sich von dem, was wir als Rechtsstaat verstehen.“ Sie signalisierte zudem die Bereitschaft, den wirtschaftlichen Druck auf die Türkei zu erhöhen. Die wirtschaftlichen Kontakte seien bereits eingeschränkt worden. „Und wenn notwendig – das möchte ich nicht – werden wir das noch weiter tun.“

Die Beziehungen zwischen der Türkei und Deutschland sind nach einer Reihe von Vorfällen gespannt. Die Regierung in Ankara wirft der Bundesregierung vor, nicht genug gegen die verbotene Kurdenpartei PKK zu unternehmen. Umgekehrt fordert die Bundesregierung unter anderem von der Türkei, inhaftierte deutsche Staatsbürger unverzüglich freizulassen. (rtr)