Geldwäsche

Oberstes Gericht jagt Pakistans Premier Sharif aus dem Amt

Der pakistanische Premierminister Nawaz Sharif.

Der pakistanische Premierminister Nawaz Sharif.

Foto: Kenzaburo Fukuhara / dpa

Richter haben Pakistans Ministerpräsidenten Sharif wegen Korruption abgesetzt. Der Politiker kündigte daraufhin seinen Rücktritt an.

Islamabad.  Der Oberste Gerichtshof Pakistans hat Ministerpräsident Nawaz Sharif seines Amtes enthoben. Die Entscheidung der fünf Richter fiel einstimmig, wie Medien am Freitag berichteten. Hintergrund sind Vorwürfe wegen Geldwäsche und Korruption gegen den Regierungschef.

Kurz nach dem Urteil kündigte Sharif an, dass er zunächst keinen Widerstand gegen die Entscheidung leisten werde. In einer am Freitag verschickten Stellungnahme seines Büros heißt es, der Ministerpräsident sei sofort nach der Entscheidung der fünf Richter zurückgetreten. Er habe aber „starke Vorbehalte“ gegen das Urteil und werde alle „Möglichkeiten der Konstitution und des Rechts nutzen“.

Politische Gegner feiern Entscheidung

Sharif ist einer der mächtigsten Politiker der Atommacht. Seine Karriere umspannt mehr als 30 Jahre. Politische Gegner feierten die Entscheidung mit wilden Straßenfesten.

Dass das Gericht am Freitag entscheiden würde, war erst am späten Donnerstagabend verkündet worden. Das ganze Land hatte seit dem Morgen gespannt auf die Entscheidung gewartet – Zeitungen titelten „Tag des Jüngsten Gerichts“ oder „Der Tag der Entscheidung“.

In erstem Verfahren stimmten drei Richter gegen Entlassung

In einem ersten Verfahren vor dem Gerichtshof im Frühjahr waren sich die fünf Richter des Verfahrens noch nicht einig über die Bewertung der angeblichen Verfehlungen Sharifs gewesen. Zwei Richter hatten für seine Entlassung gestimmt, drei dagegen.

Die Richter hatten dann eine Ermittlungskommission ernannt, die vor kurzem in einem 250 Seiten langen Bericht zu dem Schluss gekommen war, dass es „krasse Lücken“ in den Nachweisen zum Vermögen der Sharif-Familie gebe.

Sharifs Name in den „Panama Papers“

Medien hatten 2016 Details über gut 200.000 Briefkastenfirmen der panamaischen Kanzlei Mossack Fonseca („Panama Papers“) veröffentlicht, in denen Politiker, Prominente und Sportler ihr Vermögen geparkt haben sollen. Die Veröffentlichung führte zu weltweiten Ermittlungen und einer Debatte über Steueroasen und Geldwäsche. In den Dokumenten tauchten auch die Namen von Kindern des pakistanischen Regierungschefs auf, nicht aber sein eigener. (dpa)