Prozess

„Reichsbürgerinnen“ stehen nach Säure-Angriff vor Gericht

Sogenannte „Reichsbürger“ erkennen den deutschen Staat nicht an.

Sogenannte „Reichsbürger“ erkennen den deutschen Staat nicht an.

Foto: Patrick Seeger / dpa

Eine 68-Jährige und ihre Tochter sollen einen Polizisten mit Säure übergossen haben. Sie wollten nicht, dass der Schornsteinfeger kommt.

Herzberg.  Das Amtsgericht Herzberg verhandelt ab Mittwoch (3. Mai) gegen zwei der rechtsextremen „Reichsbürgerbewegung“ zugerechnete Frauen wegen gefährlicher Körperverletzung und Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte. Die 68-Jährige und ihre 29 Jahre alte Tochter sollen laut Anklage im Juni in Barbis bei Göttingen einen Polizisten mit säurehaltigem Sanitätsreiniger übergossen haben.

Der Beamte habe dadurch erhebliche Säureverletzungen an den Augen erlitten und in einem Krankenhaus behandelt werden müssen. Die Frauen hätten den Polizisten zudem mit Tritten und Bissen traktiert.

Schornsteinfeger holte Polizei zur Hilfe

Die Frauen hatten zuvor mehrfach eine Inspektion der Heizungsanlage ihres Hauses verweigert. Für den Termin im Juni 2015 hatte der Bezirksschornsteinfeger deshalb die Polizei um Hilfe gebeten.

„Reichsbürger“ erkennen die Bundesrepublik Deutschland nicht als Staat an. Stattdessen behaupten sie, das „Deutsche Reich“ bestehe bis heute fort. Daher sprechen sie dem Grundgesetz, Behörden und Gerichten die Legitimität ab. In den vergangenen Monaten hatte die Polizei in ganz Deutschland Wohnungen von mutmaßlichen „Reichsbürgern“ durchsucht und dabei unter anderem zahlreiche Waffen beschlagnahmt.

Mehr zum Thema:

Drei Verdächtige nach Razzien gegen Reichsbürger

Selbst ernannter „König von Deutschland“ muss ins Gefängnis