USA-Reise

Merkel zu Trump-Besuch in Washington eingetroffen

Der Airbus der Kanzlerin am frühen Freitagmorgen auf dem Flugfeld in Washington.

Der Airbus der Kanzlerin am frühen Freitagmorgen auf dem Flugfeld in Washington.

Foto: Michael Kappeler / dpa

Die Kanzlerin trifft zum ersten Mal auf US-Präsident Donald Trump. Merkel will den Blick nach vorn richten und Vertrauen aufbauen.

Berlin.  Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ist am frühen Freitagmorgen in Washington zu ihrem ersten Besuch bei US-Präsident Donald Trump eingetroffen. Am Nachmittag (gegen 16.20 Uhr MEZ) wird sie im Weißen Haus erwartet. Es soll ein Vier-Augen-Gespräch sowie ein Gespräch mit Wirtschaftsvertretern geben. Es ist der zweite Anlauf für die mit Spannung erwartete Begegnung. Der erste war am Montag wegen schlechten Wetters in den USA verschoben worden.

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Gegen 18.20 Uhr (MEZ) ist eine gemeinsame Pressekonferenz der Kanzlerin und des Präsidenten geplant. Merkel wird auf der Reise von den Vorstandschefs der Unternehmen Siemens, BMW und Schaeffler begleitet. Ein Schwerpunkt bei den Gesprächen von Merkel und Trump werden Fragen nach der Partnerschaft bei Handel, Sicherheit und Werten sein. Merkel will ungeachtet Trumps scharfer Kritik an ihrer Flüchtlingspolitik den Blick nach vorn richten und Vertrauen aufbauen.

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Ein Blick auf die geplanten Kernthemen

Handel:

Merkel reist mit dem Appell für freien Handel und gegen wirtschaftliche Abschottung in die US-Hauptstadt. Trump pocht auf „Amerika zuerst“. Merkel sagte: „Die Vereinigten Staaten von Amerika sind ein zentraler Handelspartner für die Bundesrepublik Deutschland, aber auch für die ganze Europäische Union (...) Dieser Handel ist für beide Seiten von Vorteil.“

Handelsüberschuss:

Die USA waren 2016 größter Absatzmarkt für Produkte „Made in Germany“. Washington stört sich aber schon länger am deutschen Handelsüberschuss von 49 Milliarden Euro. Im Raum stehen Strafzölle der USA.

Duale Berufsausbildung:

Geplant ist ein Runder Tisch mit Unternehmensvertretern und Auszubildenden. Das deutsche System einer Ausbildungsform an zwei Lernorten interessiert international. Es geht zum einen um Berufsschulen, Berufsakademien und Fachhochschulen, zum anderen um Betriebe.

Sicherheit:

Die volle Palette. Syrien, Libyen, Afghanistan, Jemen, Irak, Iran, der Kampf gegen den Terror, der Nahost-Friedensprozess und auch die Flüchtlingspolitik dürften zumindest angerissen werden. Ebenso die Lage in der Ukraine. Angeblich will Trump von Merkel lernen, wie man es mit Russland halten könne oder solle.

G20-Gipfel:

Mit Blick auf den Hamburger G20-Gipfel unter deutscher Präsidentschaft im Juli könnte es auch um Digitalisierung, Klimaschutz, erneuerbare Energien, Weltwirtschaft, Finanzmarktregulierung und Gesundheit gehen.

Der Westen:

Gibt es von der politischen Wertegemeinschaft nach wie vor ein gemeinsames Verständnis? Wie sind die Interessen gelagert, und was wollen die USA unter Trump?

China:

Die US-Regierung will den weltweiten chinesischen Einfluss zurückdrängen, ist aber selber dabei, sich aus internationalen Zusammenhängen zurückzuziehen. Am Tag ihrer Abreise nach Washington telefonierte Merkel mit Chinas Präsident Xi Jinping. Es ging um den gemeinsamen Einsatz für freien Handel und offene Märkte. Washington wird es aufmerksam gehört haben. (dpa)