Debatte

Dobrindt erntet heftige Kritik für "Nafri"-Verwendung

Die Vorsitzende der Partei Die Linke, Katja Kipping (Archivbild).

Die Vorsitzende der Partei Die Linke, Katja Kipping (Archivbild).

Foto: Klaus-Dietmar Gabbert / dpa

Verkehrsminister nutzt Abkürzung für Intensivtäter aus Nordafrika absichtlich. Für die Opposition ist er ein "rassistischer Hetzer".

Berlin.  Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) ist für die Verwendung des umstrittenen Begriffs „Nafri“ von SPD und Opposition heftig kritisiert worden. Der „Passauer Neuen Presse“ hatte der CSU-Politiker gesagt: „Die Menschen wollen klare Antworten auf die Frage, wie der Staat bestmöglich für ihre Sicherheit sorgt und sie zum Beispiel vor Nafris schützt“. Dobrindt nutzte bewusst die umstrittene Abkürzung aus dem Polizeijargon für „nordafrikanische Intensivtäter“, über die seit Tagen diskutiert wird.

Linke-Chefin Katja Kipping sagte derselben Zeitung, Dobrindt sei „als Sicherheitspolitiker ein rassistischer Hetzer, für den alles Böse aus dem Ausland kommt und der abwertende Begriffe politisch hoffähig macht“.

Ralf Stegner: Dobrindt schürt Ressentiments

Der Grünen-Politiker Volker Beck ergänzte, Dobrindt nutze Begriffe, die „herabwürdigend, beleidigend und ausgrenzend“ wirkten – „ganz egal, ob sie ursprünglich als Abkürzung für etwas anderes gedacht waren oder nicht“. Und SPD-Vize Ralf Stegner warf Dobrindt vor, „mit aufgeladenen Begriffen zu zündeln, um Ressentiments zu schüren“.

Die Kölner Polizei hatte am Silvesterabend in einem Tweet vor „Nafris“ am Hauptbahnhof gewarnt. Kölns Polizeipräsident Jürgen Mathies bedauerte später die Verwendung des Begriffs. Auch das Bundesinnenministerium distanzierte sich davon. (dpa)