Ausschreitungen

Minderjährige Flüchtlinge in Bautzen dürfen wieder ausgehen

Nach Ausschreitungen auf dem Kornmarkt in Bautzen verstärkte die Polizei ihre Präsenz in der Stadt.

Nach Ausschreitungen auf dem Kornmarkt in Bautzen verstärkte die Polizei ihre Präsenz in der Stadt.

Foto: Xcitepress / dpa

Bautzen hat die Ausgangssperre für unbegleitete Flüchtlinge aufgehoben. Auch das strikte Alkoholverbot gilt ab Mittwoch nicht mehr.

Bautzen.  Eine Woche nach den Krawallen im sächsischen Bautzen wird die umstrittene Ausgangssperre für junge Flüchtlinge von Mittwoch an wieder aufgehoben. Auch das strikte Alkoholverbot gelte dann nicht mehr, teilte eine Sprecherin des Landratsamtes Bautzen am Dienstag mit.

Die Polizei hatte das Alkohol- und Ausgehverbot gegen minderjährige Flüchtlinge am vergangenen Donnerstag als Reaktion auf gewalttätige Auseinandersetzungen in Bautzen verhängt. Am Tag zuvor waren etwa 20 junge Flüchtlinge und rund 80 Einheimische, unter ihnen mehrheitlich Angehörige der rechtsextremen Szene, aufeinander losgegangen.

Kritik an Maßnahmen der Polizei

Im Landkreis Bautzen leben derzeit 179 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, davon 62 im Stadtgebiet Bautzen. Kritiker hatten der Polizei vorgeworfen, dass jugendliche Migranten für die Unruhen mit der Einschränkung ihrer Bewegungsfreiheit geradestehen mussten. Mit der Maßnahme würden rechtsextreme und rassistische Deutungsmuster aufgewertet, hieß es. Nach den Verboten und einer Verschärfung der Sicherheitsmaßnahmen war es in der ostsächsischen Stadt ruhig geblieben.

Für Dienstagabend rief der Ortsverein der SPD zu einer Lichterkette als Zeichen für ein friedliches Miteinander auf. Vertreter von Parteien, Verbänden, Kirchen und Gewerkschaften sagten ihre Teilnahme zu. (epd)