Angriff

Moskau: Hilfskonvoi nicht von Russland oder Syrien zerstört

Ein beschädigter Truck in der Nähe von Aleppo. Russland weist jede Verantwortung für die Bombardierung zurück.

Ein beschädigter Truck in der Nähe von Aleppo. Russland weist jede Verantwortung für die Bombardierung zurück.

Foto: AMMAR ABDULLAH / REUTERS

Russland betont, dass weder die russische noch die syrische Armee den UN-Konvoi bombardiert haben. Es beruft sich dafür auf ein Video.

Moskau.  Die Zerstörung eines Hilfskonvois in Syrien ist dem Verteidigungsministerium in Moskau zufolge nicht vom russischen oder syrischen Militär verursacht worden. „Weder die russische noch die syrische Armee hat einen Luftangriff auf den UN-Konvoi bei Aleppo geflogen“, sagte Generalmajor Igor Konaschenkow am Dienstag der Agentur Interfax zufolge.

„Wir haben Videoaufzeichnungen geprüft und keine Anzeichen festgestellt, dass die Wagenkolonne von Munition – welcher Art auch immer – getroffen wurde. Zu sehen sind keine Bombentrichter, die Wagen weisen keine Schäden durch eine Druckwelle auf. Alles, was wir im Video gesehen haben, ist eine direkte Folge eines Brandes“, sagte Konaschenkow. Nur Extremisten, die das Gebiet kontrollierten, hätten über sämtliche Informationen über den Standort des Konvois verfügt.

21 Menschen bei Angriff getötet

Die Vereinten Nationen haben indes ihre Wortwahl zur Zerstörung von Hilfslieferungen in Syrien geändert und sprechen nun allgemein von einem „Angriff“ und nicht mehr von einem „Luftangriff“. „Wir sind nicht in der Lage festzustellen, ob es sich tatsächlich um einen Luftangriff gehandelt hat“, sagte ein UN-Sprecher am Dienstag. Entsprechende Formulierungen in Erklärungen der UN gingen vermutlich auf einen Fehler bei der Erstellung des Entwurfs zurück.

Mindestens 18 von 31 Lkw eines gemeinsamen Konvois der Vereinten Nationen und des Roten Halbmonds in Syrien, der Schwesterorganisation des Roten Kreuzes, waren am Montagabend nach Angaben eines IKRK-Sprechers zerstört worden. Zudem sei eine Klinik bombardiert worden. Nach Angaben der oppositionsnahen Beobachtungsstelle für Menschenrechte wurde der Angriff entweder vom syrischen oder russischen Militär geflogen.

Bei dem Angriff auf den Hilfskonvoi in der Nähe der umkämpften Stadt Aleppo waren am Montagabend nach Angaben von Hilfsorganisationen rund 20 Zivilisten und ein Mitarbeiter des Syrischen Roten Halbmondes getötet worden. Der Konvoi sei getroffen worden, als die Menschen „dringend benötigte Hilfsgüter“ aus den Lastwagen luden, hieß es in einer gemeinsamen Stellungnahme des Internationalen Roten Kreuzes und des Syrischen Roten Halbmondes.

Der Angriff vom Montag sei ein abscheulicher Verstoß gegen internationales Recht, sagte Peter Maurer, der Leiter des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK). Die Vereinten Nationen hatten zunächst alle Hilfstransporte in Syrien nach dem Angriff gestoppt. (dpa/rtr)