Helmholtz-Gemeinschaft

So lassen Wissenschaftler im Comic Luft aus der Terror-Angst

Angst und Hass sind Geschenke, die sich Terroristen wünschen. Ein Comic der Helmholtz Gemeinschaft klärt auf.

Angst und Hass sind Geschenke, die sich Terroristen wünschen. Ein Comic der Helmholtz Gemeinschaft klärt auf.

Foto: Veronika Mischitz/Helmholtz-Gemeinschaft, CC-BY-ND 4.0

Terror lässt sich oft nicht erklären oder verstehen. Terrorrängste schon. Ein Wissenschafts-Comic macht das – und hilft so gegen Angst.

Berlin.  Man hat es schon so oft gehört: Terroristen wollen vor allem Angst erzeugen, das Klima in offenen Gesellschaften verändern. Doch wie entsteht die Angst – und wie gerechtfertigt ist sie? „Wir überschätzen Gefahren, wenn wir sie nicht kontrollieren können, im Vergleich zu ‘sicheren’ Routinehandlungen massiv“. So erklärt wird das von der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren, Mitgliedsverbund von 18 Forschungszentren aus Naturwissenschaft und Medizin. Und das ganz anschaulich und auf einem ungewöhnlichen Weg: im Comic.

„Ist diese Sorge begründet oder nur ein Hirngespinst, und woher kommt die Angst?“, fragen die Wissenschaftler. Die Antwort: Wer sich mit der Angst beschäftigt, versteht, warum die Sorge viel größer ist, als sie es verdient hat. Die Wissenschaft lässt die Luft aus der Blase der Angst und wirbt für einen angemessen und gelassenen Umgang.

Der Comic schließt mit einem Zitat frei nach dem Journalisten Antoine Leiris, dessen Frau bei den Anschlägen in Paris umkam und der in einem offenen Brief an die Terroristen schrieb: „Meinen Hass bekommt ihr nicht!“ Das Geschenk mache er ihnen nicht.

Hinter dem Comic stecken die studierte Biologin und Illustratorin Veronika Mischitz und Henning Krause, der Geschichte der Naturwissenschaften studiert hat und Social-Media-Verantwortlicher der Helmholtz-Gemeinschaft ist. Es ist bereits die 31. Folge der monatlich erscheinenden Wissenschaftscomics.

Was Kritiker der Grafik vorwerfen könnten: Der Comic hebt ab auf die Zahl der Todesopfer durch Terror in Westeuropa von 2001 bis 2015, vernachlässigt also die Häufung in diesem Jahr. Aber auch die relativiert sich, schaut man sich die Zahl der Verkehrstoten an: 324 Menschen starben in Deutschland auf den Straßen – alleine im Mai. Aber aus Angst vor einem Verkehrsunfall auf der Anreise lässt sich niemand einen Festivalbesuch entgehen, wie er in dem Comic thematisiert wird.