Anschläge

Wie die Augenzeugen den Terror in Brüssel erlebten

Der Schock sitzt tief: Augenzeugen spenden sich am Flughafen Brüssel-Zaventem gegenseitig Trost.

Der Schock sitzt tief: Augenzeugen spenden sich am Flughafen Brüssel-Zaventem gegenseitig Trost.

Foto: Olivier Hoslet / dpa

Die schrecklichen Bilder werden sie wohl noch lange begleiten. Augenzeugen erzählen, wie sie die Anschläge in Brüssel erlebt haben.

Brüssel.  Die Bilder in Brüssel – sie müssen grausam gewesen sein. Augenzeugen berichten davon, wie sie die Explosionen in Brüssel miterlebt haben, die Dutzende Menschen das Leben gekostet haben. So erzählt etwa der Flughafenmitarbeiter Alphonse Youla, die Beine einiger Opfer der Explosionen auf dem Flughafen Brüssel seien förmlich zerschmettert worden. „Ich habe geholfen, fünf Tote rauszutragen“, sagte der 40-Jährige zu Reportern. „Ihre Beine waren kaputt, als wenn eine Bombe in einem Gepäckstück explodiert ist.“

Youlas Hände waren blutverschmiert, „von den Leuten, die ich rausgetragen habe“. Er habe vor der ersten Explosion einen Mann etwas auf Arabisch rufen hören. „Dann brach die Platten-Decke des Flughafens ein.“ Ein Video, das ein Augenzeuge aufgenommen und ins Internet gestellt hat, zeigt das Chaos, das nach den Explosionen am Flughafen herrschte.

Explosion wohl durch Selbstmordattentäter

Medienberichte stützen die Schilderungen der Augenzeugen. Der Rundfunksender VRT meldete, viele der Opfer am Flughafen seien an den Beinen verletzt worden. Auch das lässt darauf schließen, dass sich eine Bombe in einem Gepäckstück auf dem Fußboden befunden hat. Die Staatsanwaltschaft erklärte, eine der beiden Explosionen auf dem Flughafen sei wahrscheinlich durch einen Selbstmordattentäter verursacht worden. Mindestens 14 Personen starben auf dem Flughafen.

Eine Passagierin berichtete, nach der Explosion hätten die Menschen in Panik versucht, irgendwo Schutz zu finden. „Uns gelang es, ins Flugzeug zu kommen, aber die Maschine startete nicht“, sagte sie. Später seien die Passagiere mit Bussen weggebracht worden. Samir Derrouich, der im Restaurant Autogrill arbeitet, sagte über die Explosionen: „Die waren fast gleichzeitig. Es war eine Apokalypse.“

Auch ein Video, das die Überwachungskamera einer Apotheke aufgenommen hat, zeigt, dass die Detonationen kurz aufeinander folgen.

Rauch und Hitze

Auch Menschen, die die Explosion in der Metro-Station Maelbeek miterlebt haben, schilderten ihre Erlebnisse. So erzählte etwa Thomas Bignal, ein Londoner, der seit fünf Jahren in Brüssel lebt, dem „Guardian“, dass er an der Station Arts-Loi in die U-Bahn Richtung Maelbeek gestiegen sei: „Einige Sekunden nach der Abfahrt gab es einen lauten Knall.“ Es habe kaum Zweifel gegeben, was passiert sei. Bignal berichtete von viel Rauch, Hitze und dem „Geruch von Plastik“, die den Menschen das Atmen immer schwerer machten. Der Londoner sei anschließend mit den anderen Passagieren zurück zur Station Arts-Loi geführt worden.

Für einen anderen Augenzeugen seien die Explosionen in der U-Bahn-Station „das Angsteinflößendste, das mir je passiert ist“. Er beschreibt die Situation in der Station Maelbeek: „Die Lichter erloschen, überall waren Qualm und die Geräusche vieler Explosionen, jeder fiel zu Boden.“ Der Ire Ian McCafferty berichtet der „Irish Times“ von der starken Militärpräsenz und dem Chaos vor der Metro-Station Maelbeek. „Die Leute sind gerannt. Einige Menschen haben geweint.“ (rtr/ZRO)