Auf der Flucht

Über 22.000 Menschen fliehen vor Machtkampf in Elfenbeinküste

Foto: AP / AP/DAPD

Aus Angst vor Übergriffen schlugen sich Tausende nachts durch den Dschungel nach Liberia durch. Die Uno errichtete bereits Flüchtlingslager.

Angesichts des Machtkampfes in der Elfenbeinküste sind rund 22.000 Menschen in das benachbarte Liberia geflohen. Die meisten Flüchtlinge seien Frauen und Kinder und stammten aus dem Westen des westafrikanischen Landes, teilte das Flüchtlingskommissariat der Vereinten Nationen (UNHCR) mit. Es handele sich sowohl um Unterstützer des von der internationalen Gemeinschaft anerkannten Siegers der Präsidentschaftswahl, Alassane Ouattara, als auch um Anhänger des eigenmächtig im Amt verbliebenen Staatschefs Laurent Gbagbo. Aus Angst vor den Unterstützern des jeweiligen politischen Gegners hätten sie sich zumeist nachts durch die Buschlandschaft in das Nachbarland durchgeschlagen.

In Liberia haben die Flüchtlinge laut UNHCR vorübergehend Unterschlupf in Dörfern der Region Nimba gefunden. Dort fehlt es den Angaben zufolge aber an Nahrungsmitteln, Unterkünften und Trinkwasser. Die Uno kündigte an, ihre Hilfslieferungen für die Flüchtlinge zu intensivieren. In der Stadt Sacleapea an der Grenze zur Elfenbeinküste soll demnach ein erstes Flüchtlingslager eingerichtet werden. Dorthin seien bereits Lastwagen mit Hilfsgütern unterwegs.

Kenias Ministerpräsident Raila Odinga hat derweil Gewalt als „letztes Mittel“ bezeichnet, um den abgewählten Präsidenten Gbagbo, aus dem Amt zu entfernen. Eine militärische Lösung zur Entfernung Gbagbos aus dem Amt werde von der westafrikanischen Staatengemeinschaft Ecowas und der Afrikanischen Union (AU) weiterhin nicht ausgeschlossen, sagte Odinga nach seiner Rückkehr von der Elfenbeinküste. Odinga hatte sich als Sondervermittler der (AU) den Vermittlern der Ecowas angeschlossen.

„Wir hatten schon viel zu lange diese Fälle, in denen Amtsinhaber Wahlen verlieren, sich weigern, das Urteil der Wähler zu akzeptieren und letztendlich eine Teilung der Macht verhandeln“, sagte Odinga mit Blick auf die von blutigen Unruhen begleiteten Wahlen in Kenia und Simbabwe. „Das darf nicht afrikanische Norm werden.“

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