Literatur-Podcast

Blutig: Neuer Krimi über den "Totmacher" von Hannover

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Abendblatt-Redakteur Thomas Andre und Literaturhaus-Chef Rainer Moritz besprechen im Literatur-Podcast Next Book Please aktuelle Bestseller.

Abendblatt-Redakteur Thomas Andre und Literaturhaus-Chef Rainer Moritz besprechen im Literatur-Podcast Next Book Please aktuelle Bestseller.

Foto: HA

Was lesen? Abendblatt-Redakteur Thomas Andre und Literaturhaus-Chef Rainer Moritz über aktuelle Bestseller, die es in sich haben.

Hamburg. Junge Männer, manche noch Kinder, waren die Opfer des vielleicht berühmtesten deutschen Serienmörders. Der Hannoveraner Fritz Haarmann brachte zwischen 1918 und 1924 insgesamt 24 Menschen um. Die Leichen seiner Opfer, die er meist im Strichermilieu fand, zerstückelte er. Bekannt geworden ist Haarmann durch den Film "Der Totmacher" von 1995. Haarmann war oft Gegenstand von Songs, Theaterstücken, Büchern und Filmen. Nun gibt es eine weitere Verarbeitung des mörderischen Mythos: Der Journalist und Autor Dirk Kurbjuweit hat sich in dem Krimi "Haarmann" des Themas angenommen. Braucht es dieses neue Buch, und: Kann ein Stoff noch einmal fesseln, den man eigentlich gar zu gut kennt? Darüber diskutieren Rainer Moritz und Thomas Andre.

In der neuen Folge von Next Book Please geht es außerdem um die neuen Romane von Graham Swift, Anne Tyler und Leif Randt. Swift porträtiert in "Da sind wir" ein amouröses Dreiecksverhältnis in der Nachkriegszeit. Das schmale Buch greift dabei große Themen auf, spaltet dabei freilich das Kritikerduo. Bei der großartigen amerikanischen Alltagserzählerin Anne Tyler besteht dagegen Einigkeit: Ihr neues Werk "Der Sinn des Lebens" trägt in der deutschen Übersetzung zwar einen (wieder einmal) verstörend gemeinplatzigen Titel, ist darüberhinaus aber großartig. Im Mittelpunkt der hinreißend unspektakulären Handlung steht der IT-Helfer und Teilzeithausmeister Micah Mortimer, der in seiner Liebesverpeiltheit durchaus Wiedererkennbarkeit beanspruchen kann.

Das ist im Hinblick auf die Figuren in Leif Randts neuem Roman "Allegro Pastell" nicht zwangsläufig so. Ältere Leserinnen und Leser werden sich in der ordentlich auf Zeitgeist gepolten Liebesgeschichte zwischen Jerome Daimler und Tanja Arnheim, er ist Mitte 30 und sie knapp fünf Jahre jünger, nicht unbedingt wiederfinden. Was allerdings nie die Voraussetzung für eine gewinnbringende Lektüre ist. Die Podcaster freuen sich so oder so über die Detailfreude des Autors und Einblicke in die Liebeshändel der Gegenwart.