Meinung
Kommentar

Hamburg braucht auch neue Sportlehrer

Rainer Grünberg
Der Autor ist Chefreporter Sport beim Hamburger Abendblatt.

Der Autor ist Chefreporter Sport beim Hamburger Abendblatt.

Foto: Mark Sandten / HA

Gute Bewegungsangebote sind heute ein Standortfaktor

Als sich große Teile des Hamburger Sports Ende 2015 nach der gescheiterten Olympiabewerbung in Frustbewältigung übten, reagierte der rot-grüne Senat antizyklisch. Er rief den Masterplan Active City aus, erhöhte die Investitionen in den Sport, für Veranstaltungen, für den Bau und die Sanierung von Sportstätten und Schulturnhallen.

Mit dem nun vier Wochen vor der Bürgerschaftswahl vorgelegten 600-Millionen-Euro-Programm, das bis Ende 2027 den Neubau von 130 und die Sanierung von 149 Schulturnhallen vorsieht, ist zusätzliche Dynamik in die Modernisierung der städtischen Sportinfrastruktur gekommen. Sie wurde möglich, weil Schul-, Sport- und Finanzbehörde inzwischen einheitliche Interessen verfolgen, ressortübergreifend zusammenarbeiten, gemeinsam den Bedarf mit Vertretern der Vereine und Verbände ermitteln. In der Vergangenheit war das in der Regel nicht der Fall.

Dass der Sport in Hamburg eine derartige Aufwertung erfuhr, hat viel mit dem politischen Einsatz der Senatoren Andy Grote (Sport) und Andreas Dressel (Finanzen) zu tun, auch mit der Erkenntnis, dass gute öffentliche Bewegungsangebote, ausreichend Sport in Schulen/Kitas für eine moderne urbane Gemeinschaft unerlässlich sind, sie weiche Standortfaktoren für die Anwerbung von Fachkräften und High Potentials sind. Das betrifft nicht nur die Aspekte Gesundheit und Freizeit. (Vereins-)Sport besitzt die Fähigkeit, aktuelle Fliehkräfte wie Globalisierung, Digitalisierung und demografischen Wandel, die heutige Gesellschaften auseinanderzutreiben drohen, wieder einzufangen.

Wünschenswert wäre jetzt, auch in Trainer und Sportlehrer zu investieren. Dass Hamburg im Bund eine erhöhte steuerfreie Übungsleiterpauschale von 3000 Euro im Jahr durchgesetzt hat, kann dabei nur ein erster Schritt sein.

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Meinung