Meinung
Kommentar

Social Media: Facebook und Co. ändern alles

Abendblatt-Redakteur Jens Meyer-Wellmann

Abendblatt-Redakteur Jens Meyer-Wellmann

Foto: Bertold Fabricius

Wer sich im Netz vernetzt, handelt klug. Doch Facebook-Streit, WhatsApp-Debatten oder YouTube-Videos können krank machen.

„Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift; allein die Dosis macht’s, dass ein Ding kein Gift sei.“ Diese gut abgehangene Weisheit des Schweizer Arztes Paracelsus gilt nicht nur für den Einsatz von Medikamenten, den Genuss von Speisen und Getränken – sondern auch für bestimmte Verhaltensweisen. Wer sich regelmäßig die Hände wäscht, handelt klug und rational. Wer sie sich dagegen alle zwei Minuten mit Chemikalien abbürstet, der leidet vermutlich an einer ungesunden Zwangsstörung.

Ähnlich verhält es sich mit der Nutzung der sozialen Medien wie Facebook, WhatsApp, Instagram oder YouTube. Wer sich dort mit anderen Menschen vernetzt, informiert, diskutiert oder Nachrichten konsumiert, der handelt klug. Denn wer sich den sozialen Medien radikal verweigert, verschließt sich mittlerweile auch einem wesentlichen Teil des modernen Lebens und der gesellschaftlichen Debatten.

Social Media: Moderate Nutzer sind zufriedener

Wer allerdings das Smartphone vor lauter Facebook-Streit, WhatsApp-Debatten oder YouTube-Videos gar nicht mehr aus der Hand legt, kann krank werden. Das hat eine Studie der Universitäten Hamburg und Münster gezeigt. Die Forscher fanden heraus, dass wer mehr als eine Stunde pro Tag in sozialen Medien unterwegs ist, unzufriedener, aggressiver und empfänglicher für Verschwörungstheorien wird als Menschen, die Facebook und Co. wohldosiert nutzen. Die moderaten Nutzer dagegen sind zufriedener als Totalverweigerer.

Die Lehre: Man sollte die Vorteile sozialer Medien nutzen, dort Kontakte pflegen und Neuigkeiten erfahren. Dann aber muss das Smartphone auch mal weggelegt und nicht nach zwei Minuten wieder in die Hand genommen werden. Das erfordert Disziplin. Aber es gibt auch Studien, die belegen, dass Selbstdisziplin und Maßhalten glücklich machen. Stand sogar schon bei Facebook.