Meinung
Kommentar

Hamburgs Museen sind für alle da

Maike Schiller leitet das Kulturressort des Hamburger Abendblatts

Maike Schiller leitet das Kulturressort des Hamburger Abendblatts

Foto: Andreas Laible

Gut, dass es Sonntage mit freiem Eintritt geben soll. Es geht darum, Kultur nicht als Luxus, sondern als "Lebensmittel" zu begreifen.

Die Idee ist nicht neu. Was sie ja nicht schlechter macht: Die SPD möchte den freien Eintritt in Hamburgs Museen ermöglichen, mindestens einmal im Monat, gern an einem Sonntag, gern öfter. Ein entsprechender Beschluss der Sozialdemokraten muss es jetzt nur noch durch die Bürgerschaft schaffen.

„Der freie Eintritt ist Teil der britischen Identität, wie die BBC, öffentliche Parkanlagen und Büchereien. Es geht darum, dass freie Bürger in einem freien Land freien Zugang zu den besten Informationsquellen haben“, fasste Neil MacGregor, früherer Direktor des British Museum, schon vor Jahren das britische Vorbild zusammen.

Freier Eintritt: Der Bedarf ist groß und nicht immer für alle sichtbar

Freier Eintritt ermöglicht Teilhabe, auch Menschen mit geringem Einkommen, so simpel ist es. Museen sollen nicht „durch Bildung ausgrenzen“, sondern „durch Wissen integrieren“, wie es auch der frühere Museumsdirektor Martin Roth (u.a. Victoria and Albert Museum) einst in einem flammenden Plädoyer für den freien Eintritt vertrat.

Der vor allem ehrenamtlich organisierte Verein KulturLeben, der in der reichen Stadt Hamburg seit 2011 existiert, hat in dieser Zeit fast 70.000 Karten vermittelt, für Theater und Konzerte ebenso wie für die hiesigen Museen. Der Bedarf, das zeigt auch diese Zahl, ist groß und nicht immer für alle sichtbar.

Der kostenfreie Zutritt senkt die Hemmschwelle, er nimmt den Ausstellungshäusern den Ruch des Elitären und macht sie umso mehr zu Orten einer breiten Öffentlichkeit. Das können die Museen nicht aus den bestehenden Mitteln stemmen. Dass es dafür auch neue, zeitgemäße Vermittlungsangebote braucht, scheint den Beteiligten jedoch bewusst. Es geht hier um Grundsätzliches: mit Kunst zu leben, sie zu einem Teil des Alltags werden zu lassen. Kunst und Kultur nicht als Luxus, sondern als notwendiges Lebensmittel zu begreifen.