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Kommentar

Die Hallen-Lösung: zwei aus drei

Sven Kummereincke

Sven Kummereincke

Foto: Andreas Laible / HA

Basketball mit den Towers, Handball, Konzerte: Mit welchen Argumenten sich die Debatte um drei neue Hallen versachlichen lässt.

Das letzte große Scheitern ist neun Jahre her. Damals war der Widerstand der Anwohner gegen die geplante „Music Hall“ neben der Rindermarkthalle auf St. Pauli so groß, dass die Pläne aufgegeben wurden. Der Bedarf nach einer Konzerthalle für etwa 5000 Besucher ist seitdem nicht kleiner geworden. Nun glaubt der Senat, einen perfekten Standort gefunden zu haben: am Diebsteich in Altona-Nord. Eine gute Wahl? Ja, aber ...

Die Initiative ist richtig, weil der Bau der dringend benötigten Halle nun wirklich mal losgehen sollte. Der Ort ist richtig, weil er zentral liegt und gut angebunden ist. Das „aber“ ergibt sich, weil wir mittlerweile über gleich drei Hallenneubauten diskutieren.

Hamburg Messe plant zusätzliche Halle

Gerade erst wurde bekannt, dass die Messe eine zusätzliche Halle an der Lagerstraße bauen will. Die, so hieß es, werde für Messen gebraucht, könne aber auch für Konzerte und Sport genutzt werden. Anfang des Jahres schon hatten die sportlich so erfolgreichen Basketballer der Hamburg Towers ihre Pläne für einen „Elbdome“ in Rothenburgsort vorgestellt: Bis zu 8000 Zuschauer sollen dort Basket- oder Handballspiele, aber auch Konzerte besuchen können. Drei Hallen wären dann aber doch zu viel des Guten.

Es ist also eine Frage der Abwägung. Hamburg ist ganz gewiss eine Kulturstadt und soll es auch bleiben. Bauen wir also eine Konzerthalle am Diebsteich. Hamburg ist aber auch eine Sportstadt – und will eine noch bessere werden. Und für die gerade in die 1. Liga aufgestiegenen Basketballer und die Handballer, die mittelfristig das Gleiche anpeilen, wäre die (zudem noch privat finanzierte) Halle an den Elbbrücken ideal. Bauen wir sie also.

Die Messestadt Hamburg klingt dagegen eher nach Auslaufmodell. Und noch mehr Hallenfläche in allerbester Lage, die die meiste Zeit des Jahres ungenutzt ist, braucht kein Mensch.