Meinung
Abendblatt-Autoren

Wer ist eigentlich … Bettina Mittelacher?

Bettina Mittelacher schreibt als freie Mitarbeiterin für das  Hamburger Abendblatt. 

Bettina Mittelacher schreibt als freie Mitarbeiterin für das Hamburger Abendblatt. 

Foto: Andreas Laible / HA

Immer montags: der Fragebogen an die Abendblatt-Autoren, deren Namen man beinahe jeden Tag in der Zeitung liest.

Ich bin Journalist geworden, weil …
… ich durch meinen Vater, einen Journalisten, erfahren habe, was für ein spannender, kreativer und intensiver Beruf das ist. Das wollte ich auch!


Meine großen Themen sind:
Gerichtsreportagen: die Psyche der Täter, die Leiden der Opfer. Und Rechtsmedizin. Was diese spannende Disziplin dazu beiträgt, Täter zu überführen und Opfern und deren Angehörigen zu helfen, ist einfach faszinierend.

Ich wollte immer zum Abendblatt, weil …
... es für jemanden, der in Lüneburg aufgewachsen ist, naheliegend ist, zur besten Regionalzeitung weit und breit zu gehen.


Ein Text über mich sollte mit folgendem Satz beginnen:

Gar nicht. Ich erzähle lieber über andere, als dass über mich geschrieben werden soll.


Drei Dinge, die ich an Hamburg und dem Norden am meisten schätze:
Die Elbe, den Forst Klövensteen, die Zuverlässigkeit der Menschen.


Drei Dinge, die in Hamburg und im Norden besser werden müssen:
die Verkehrssituation, die Häufung von Großveranstaltungen, die Wohnpreise.

Demnächst würde ich gern mal ein Interview führen mit:
Donald Trump.


Das wären meine wichtigsten Fragen:
Wann geben Sie endlich auf und lassen den Job von anderen machen, die wissen, wie man gute Entscheidungen trifft?


Der interessanteste Interviewpartner, den ich bisher hatte:
Immer wieder Menschen, die durch Verbrechen ihre Liebsten verloren haben. Es ist beeindruckend, wie sie das Leid und den Verlust schultern, obwohl sie tiefe seelische Wunden davontragen, die niemals heilen.


Die schwierigste Geschichte, die ich recherchieren musste:

Das furchtbare Leiden der kleinen Jessica, die in Hamburg verhungert ist. Diese Geschichte verfolgt mich bis heute.

An diese Geschichte denke ich gern zurück:
Interview mit einem sehr bekannten Hamburger Millionenbetrüger in seiner Wahlheimat Kapstadt, nachdem er vor der Strafjustiz dorthin geflohen war.

Diese Geschichte hätte ich lieber nicht geschrieben:
Über einen Mord im Gerichtssaal, den ich hautnah miterleben musste.


Das spannendste Ereignis, bei dem ich als Journalist dabei sein durfte:

Prozesse wie der gegen den „Säurefass-Mörder“ oder das Zugunglück von Eschede.


Im letzten Leserbrief, den ich bekomme
habe, ging es um:
Eine Bewährungsstrafe für einen Dieb, die ein Leser zu niedrig fand.


Im Abendblatt lese ich am liebsten:

Die Kommentare, die Politik und alles, was mit Justiz zu tun hat.


Wenn ich Chefredakteurin des Hamburger Abendblatts wäre, würde ich:

Der Gerichtsberichterstattung mehr Platz einräumen.


Neben dem Abendblatt lese ich zum Beispiel folgende Zeitungen/Zeitschriften:

Beruflich „Mopo“, „Bild“, „Welt“. Aus Überzeugung: „Spiegel“ und „Die Zeit“.


Wenn das Hamburger Abendblatt ein Mensch wäre, dann wäre es:

Ein gut informierter, weltoffener und toleranter Mensch in den besten Jahren.


Die sozialen Medien sind für mich:
Nur mit äußerster Vorsicht zu genießen.


Meine Lieblingsautoren sind:
Hjorth und Rosenfeldt, Sabine Ebert, Theodor Storm, Stefan Zweig.


Im Moment lese ich folgendes Buch:
„Mittagsstunde“ von Dörte Hansen.


Meine größte Leidenschaft ist:

Bücherlesen und -schreiben.


Mein Lieblingsrestaurant ist:

Das KDW in Wedel.


Das mache ich, wenn ich nicht arbeite:

Bewegung an der frischen Luft, lesen, Freunde treffen, Scrabble spielen.


Menschen, die an der Glaubwürdigkeit von Medien zweifeln, sage ich:

Die meisten Medien werden von leidenschaftlichen, immer nach der Wahrheit suchenden Journalisten gemacht.


Vita:
Bettina Mittelacher studierte einige Semester Geschichte und Öffentliches Recht, bevor sie 1986 bei der Lüneburger „Landeszeitung“ ihr Volontariat begann. Seit 1989 arbeitet sie für das Abendblatt, zunächst als Redakteurin, inzwischen als freie Mitarbeiterin. Sie lebt mit Ehemann, Sohn und zwei Katzen am Klövensteen in Wedel.