Meinung
Kommentar

Hamburg ist eine vorbildliche Sportstadt

Hamburg bietet Breitensport und Weltmeisterschaften

„Ich wünschte mir, auch andere Städte in Deutschland, die sich gern Sportstadt nennen, würden so handeln wie Hamburg.“ Thomas Krohne aus München hat dies gesagt. Nun taugt der Präsident des Deutschen Volleyball-Verbands (DVV) nach der Vergabe der Beachvolleyball-WM 2019 nicht gerade als Kronzeuge, hat die Stadt dem DVV mit dem Heimspiel für die Olympiasiegerinnen und Weltmeisterinnen Laura Ludwig/Kira Walkenhorst (HSV) doch einen Herzenswunsch erfüllt, recht hat Krohne dennoch. Die im November 2015 gescheiterte Olympiabewerbung hat Hamburg nicht in sportliche Schockstarre versetzt, sie hat vielmehr neue Kräfte losgetreten: den Masterplan ­ActiveCity oder die erfolgreichen Bemühungen, weitere hochkarätige Veranstaltungen in die Stadt zu holen.

Die Pyramide mit der breiten Basis aus Breiten- und Gesundheitssport, dem daraufgesetzten Spitzensport und on top Welt- und Europameisterschaften eignet sich weltweit zur Blaupause – auch wenn an manchen Stellen nachjustiert werden müsste, etwa bei der Bezahlung von Trainern oder bei (früh)kindlicher Bewegung. Sportsenator Andy Grote fürchtet indes, die Zahl bezahlbarer Großereignisse gehe zur Neige. Eine EM im Spring- und Dressurreiten 2021, eine Hockey-WM, eine EM im Ironman könnten für die nächsten Jahre letzte ambitionierte Ziele werden.

Das Beispiel Beachvolleyball sollte Mut machen, weiter in ähnliche Strukturen zu investieren. In jedem Hamburger Bezirk entstehen jetzt öffentliche Beach­anlagen, der 2017 eröffnete Bundesstützpunkt am Alten Teichweg konzentriert die besten Teams des Landes, immer mehr Vereine nehmen das Strandspiel in ihr Programm auf. Ludwig/Walkenhorst haben mit ihren Erfolgen maßgeblich zu dieser Entwicklung beigetragen, einmal mehr die nachhaltige Wirkung des Spitzen- auf den Breitensport demonstriert. Hamburg freut sich auf diese WM.