Meinung
Nachspiel

Brehme und die Sorgen der Legenden

Man sollte ja mit diesen Begriffen vorsichtig sein, aber Andreas Brehme ist definitiv eine Fußballlegende. Seinen wichtigsten Treffer erzielte der gebürtige Hamburger 1990 im WM-Finale zum 1:0-Sieg gegen Argentinien.

Weltmeister – diesen Titel behält ein Sportler ein Leben lang. Was danach kam, war im Vergleich aber ziemlich dürftig. Als Cheftrainer arbeitete er beim 1. FC Kaiserslautern und der SpVgg Unterhaching, sein Job als Co-Trainer von Giovanni Trapattoni beim VfB Stuttgart war ebenfalls nicht von Dauer und liegt elf Jahre zurück. Da hilft auch nicht mehr der Blick zurück: Bei der DFB-Party 25 Jahre nach dem Triumph von Rom fehlte nur einer: Brehme.

Nun gibt es Neuigkeiten. Der Traditionsclub Vojvodina Novi Sad, der in der serbischen Ersten Liga derzeit Platz drei belegt, stellte den 56-Jährigen jetzt als Berater vor. Brehme soll eine Funktion als Botschafter für internationale Aktivitäten übernehmen.

Nichts Dolles, finden Sie? Es ist immerhin ein Anfang. Etliche Weltmeister-Kollegen von 1990 sind mittlerweile weitaus tiefer angesiedelt: Jürgen Kohler trainiert den Mittelrheinligisten VfL Alfter, Dschungelcamp-Teilnehmer Thomas Häßler den Berliner Bezirksligisten Italia 80, Klaus Augenthaler unterschrieb zuletzt beim Bezirksligisten SV Donaustauf. Nur wenige 90er-Weltmeister konnten sich auf fußballerischem Topniveau halten wie Rudi Völler (Sportchef in Leverkusen), Stefan Reuter (Manager in Augsburg) oder Jürgen Klinsmann (trainierte Deutschland und die USA). Ein Titel, und sei er noch so groß, garantiert eben keine dauerhafte Karriere.