Meinung
Nachspiel

Manager Knäbel ist kein Trainer

Kai Schiller

Kai Schiller

Foto: Andreas Laible / HA

Nach der Pleite des Hamburger SV gegen den VfL Wolfsburg steht fest: Peter Knäbel ist ein Fachmann - aber kein erfahrener Trainer.

Ein paar nette Worte zu Beginn: Peter Knäbel ist mutig, verantwortungsbewusst und uneigennützig. Er ist ein Fachmann, ein anerkannter Spezialist, ein geschätzter Theoretiker. Nur eines, das ist Knäbel nicht: ein guter und vor allem erfahrener Trainer.

15 Jahre ist es nun schon her, dass der frühere St.-Pauli-Profi seine Trainerlizenz erworben hat. Seitdem hat Knäbel einen Schweizer Zweitligisten als Spielertrainer gecoacht – und dann entschieden, dass er eher eine Karriere als Sportdirektor einschlagen will. Dass aber nun ausgerechnet er den HSV in seiner schwersten Phase der Clubgeschichte coachen und vor dem Abstieg bewahren soll, mag mutig, verantwortungsbewusst und uneigennützig sein – vor allem ist es der helle Wahnsinn.

Dabei gab es gute Gründe, nach der Misserfolgsserie unter Joe Zinnbauer im Abstiegskampf noch einen letzten Joker zu ziehen. Unter Zinnbauer kämpfte der HSV, die Profis liefen, aber sie schossen keine Tore. Und nun? Noch immer schießen sie keine Tore, aber nun haben sie auch das Kämpfen und Laufen eingestellt. Dabei bleibt es das Geheimnis der HSV-Chefs, warum ausgerechnet in dieser Phase ein Trainer für die Wende sorgen soll, der gar kein Trainer ist. Die Erklärung könnte simpel sein: irgendwie, so dachte man wohl, würde man es schon schaffen. Und dann kommt Thomas Tuchel. Das Problem: Irgendwie funktioniert das nicht. Und der Preis für diese Fehleinschätzung ist teuer: der Abstieg.