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„Markus Lanz“: Ampel-Politiker teilen gegen Markus Söder aus

| Lesedauer: 4 Minuten
Jessica Lichetzki
Markus Lanz: Der ZDF-Moderator im Porträt

Markus Lanz: Der ZDF-Moderator im Porträt

Seine Talkshow ist ein Dauerbrenner im ZDF: Wir zeigen im Video die beruflichen Stationen von Markus Lanz, seine Leidenschaft und seine kaum bekannte Ehefrau Angela Gessmann.

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Bei „Lanz“ wurde der neue Koalitionsvertrag von SPD, Grünen und FDP diskutiert. Ampel-Politiker wetterten dabei gegen CSU-Chef Söder.

Berlin. Die Ampel steht. Nachdem SPD, Grüne und FDP ihren Koalitionsvertrag am Mittwoch vorlegten, hakte Moderator Markus Lanz genau nach: Wie sieht die Regierungsbildung konkret aus? Und warum ist Kiffen plötzlich so wichtig? Zwei Ampel-Politiker stellten sich den Fragen, allerdings mit wenig Antworten.

Vom Zeitdruck getrieben, ließ Markus Lanz keine Sekunde ohne eine Frage verstreichen. „Was bedeutet es für einen von den Grünen oder der SPD, wenn man von Christian Lindner gelobt wird?“, fragte der Moderator zu Beginn in die Runde.

Grüne-Politiker Jürgen Trittin, der sich mit aller Kraft bemühte, keine Miene zu verziehen, sprach von einem „schwierigen Prozess“. „Man hat voneinander gelernt“, betonte Trittin scheinbar gelassen. Es sei die gemeinsame Bereitschaft, „sich auf den Prozess einzulassen“.

Trittins Performance ernst nehmen, konnten weder Markus Lanz noch die Journalistin Eva Quadbeck. „Was ist das denn für eine Plattitüde?“, warf der Moderator zurück. „Wenn Grüne und FDP ihr Verhältnis beschreiben, fällt immer therapeutisches Vokabular“, kommentierte Quadbeck sichtlich amüsiert.

„Markus Lanz“ – Das waren die Gäste:

  • Eva Quadbeck, Journalistin
  • Jürgen Trittin, Politiker (Grüne)
  • Ralf Stegner, Politiker (SPD)

„Markus Lanz“: Karl Lauterbach als neuer Gesundheitsminister?

SPD-Politiker Ralf Stegner eilte gleich zur Unterstützung. „Die Disziplin war ein bisschen größer“, sagte er in Bezug auf die Koalitionsgespräche. Das gefasste Dream-Team schien aufeinander abgestimmt, eine Antwort ergänzte die andere.

Doch Lanz löcherte weiter. Wer der neue Gesundheitsminister werde, wollte der Moderator wissen. Klare Antworten gab es keine. Also probierte es Lanz erneut: „Was ist mit Karl Lauterbach?“. „Können würde er es schon“, sagte Ralf Stegner.

Die Aussagen der beiden Politiker blieben so intransparent, wie die Koalitionsverhandlungen selbst. „Wer wäre der ideale Gesundheitsminister?“, fragte der Moderator. „Der, den Olaf Scholz vorschlägt“, blockte der SPD-Politiker ab.

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„Lanz“: Ampel-Politiker wettern gegen Söder

Besonders gesprächig zeigte sich Jürgen Trittin bei dem Thema erneuerbare Energien.

Laut dem Grünen-Politiker sind „dicke Stromtrassen“, ähnlich wie die Südlink Trasse, in absehbarer Zeit umzusetzen. So soll der Ausbau von erneuerbaren Energien endlich an Fahrt aufnehmen. „Wie lange wird es dauern?“, hakte Lanz nach. Konkrete Antworten gab es wieder einmal nicht, es wurde aber von einer Halbierung der Bauzeit gesprochen.

Die Journalistin Eva Quadbeck lobte die Klimapläne der neuen Regierungskoalition. „Es wird Zumutungen geben, es wird Kollateralschäden geben, aber dieser Ansatz zu sagen, ‚wir beschleunigen diese Verfahren‘, das finde ich großartig“, so Quadbeck.

„Die Alternative zu erneuerbaren Energien ist entweder strahlende Atomkraft oder rauchende Schlote“, warf Ralf Stegner ein. Und als Markus Lanz nach Bayerns Position zur Trasse fragte, teilte der SPD-Politiker plötzlich gegen Markus Söder aus: „Das ist die Wertschöpfungskette und das wird der Söder einsehen müssen. Der wird überhaupt noch vieles einsehen müssen“.

„Lanz“: Warum Kiffen wichtig ist

Gemeint sein könnte Söders kritische Haltung zur geplanten Cannabis-Legalisierung der Ampel-Koalition. Noch vor wenigen Tagen bezeichnete der bayrische Ministerpräsident auf Twitter das Vorhaben als grundlegenden Fehler. „Eine Landesregierung, die bedauert, dass sie die größte Drogenszene der Welt, das Oktoberfest, nicht stattfinden lässt, sollte sich zurückhalten“, kritisierte Jürgen Trittin scharf.

Auch Markus Lanz zeigte sich skeptisch: „Warum ist Kiffen plötzlich so wichtig?“. Laut dem Grünen-Politiker gehe es um den Jugendschutz. Durch eine kontrollierte Ausgabe in dafür vorgesehenen Geschäften soll ein verantwortungsvollerer Umgang geschaffen werden.

Begrenzt ist die Cannabis-Freigabe auf insgesamt vier Jahre, danach wird evaluiert. „Die Büchse der Pandora ist dann auf jeden Fall offen“, akzentuierte die Journalistin Eva Quadbeck, die sich selbst als „Oldschool“ beim Thema Cannabis-Legalisierung bezeichnete.

„Markus Lanz“ – So liefen die vergangenen Sendungen

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