TV-Krimiserie

Michael Ehnert: Polizistensohn an der „Hafenkante“

Als LKA-Mann Renner spielt Michael Ehnert (2.v.l.) in seiner Folge „Die Patentochter“ auch mit. Die Rolle des Kris (Marc Barthel, l.) hat er erfunden, Rhea Harder-Vennewald als Franzi und Bruno F. Apitz als Hans sind altgedient.

Als LKA-Mann Renner spielt Michael Ehnert (2.v.l.) in seiner Folge „Die Patentochter“ auch mit. Die Rolle des Kris (Marc Barthel, l.) hat er erfunden, Rhea Harder-Vennewald als Franzi und Bruno F. Apitz als Hans sind altgedient.

Foto: ZDF/bola

Hamburger Schauspieler hat neue Folgen für „Notruf Hafenkante“ geschrieben. In „Die Patentochter“ wirkt er selbst mit.

Hamburg. Der „Notruf Hafenkante“ gehört inzwischen ebenso zu Hamburg wie das „Großstadtrevier“. Auch wenn die Polizei-Kollegen von ZDF und NDR immer auch Konkurrenten sind. Michael Ehnert hatte vor Jahren mal eine Episodenrolle in dem schon seit 1986 geöffneten „Großstadtrevier“.

Für die ZDF-Krimiserie „Hafenkante“, die seit zwölf Jahren zu sehen ist, hatte der ausgebildete Schauspieler und bundesweit ausgezeichnete Kabarettist 2015 angefangen, zu arbeiten. Drehbücher schreiben, das macht der Hamburger bereits seit gut 20 Jahren neben seiner satirisch-theatralen Bühnen- und Tourneetätigkeit. Lange Zeit mit eher bescheidenem Erfolg. Der Fan von Actionfilmen und Krimis dachte schon daran, seine eher maue Laufbahn als Fernsehkrimiautor zu beenden, als es 2016 doch losging. Titel der Folge: „Plan B“ ...

Folge „Die Patentochter“ schrieb Ehnert allein

Für die 14. Staffel der „Hafenkante“ hat er mit seinem Autorenkollegen Rafael Solá Ferrer nun ein neues Zweierteam erfunden: Pinar Aslan und Kris Freiberg (gespielt von Aybi Era und Marc Barthel). Eine Auftragsarbeit der Firma Letterbox, die die Serie fürs ZDF produziert. Die heutige zweite Folge „Die Patentochter“ hat Ehnert sogar allein geschrieben.

Darin geht es um einen Berliner Clan-Gangster und Hamburger Rocker. Außer dem SEK sowie den bekannten und bewährten Streifenpolizisten von der „Hafenkante“ taucht auch die Figur Gerald Renner wieder auf, ein Undercover-Mann des LKA, den Ehnert zwar nicht kreiert hat, aber schon in mehreren früheren „Hafenkante“-Folge verkörpert hat. Auch jetzt. „Ich darf also in meinem ersten eigenen Solo-Drehbuch mitspielen“, freut sich Ehnert.

Als Sohn eines Polizisten in Mümmelmannsberg aufgewachsen

Seine Erkenntnisse beim Schreiben hatte er schon zuvor gezogen: „Wenn eine Szene zum Beispiel hochemotional ist, müssen die Dialoge salopp sein, sonst wird es schmalzig“, sagt Ehnert, der als Sohn eines Polizisten in Mümmelmannsberg aufwuchs.

Der auch als Bühnenregisseur tätige 51-Jährige hat bei der ZDF-Serie weitere Veränderungen festgestellt. Klar, etwas mehr Action, die sich schon im Trailer für die 14. Staffel angedeutet hat, doch nicht nur das: Dank des Einsatzes von neuen Kameras und besserer Lichttechnik wirken die Aufnahmen vom Polizei-Kommissariat 21 weniger steril als früher, meint Ehnert.

Folge „Dunkle Welten“ spielt im Dungeon

Diese Szenen und die des in der Serie auftauchenden fiktiven Elbkrankenhauses werden komplett im Studio Hamburg in Tonndorf gedreht. Für die Außenaufnahmen bewegen sich die Streifenpolizisten dann auch an bekannten Sehenswürdigkeiten Hamburgs wie der Elbphilharmonie oder vorm und im Hamburg Dungeon. Dort hat Ehnert die Folge „Dunkle Welten“ angesiedelt, die ebenfalls zur 14. Staffel gehört. Eine Fortsetzung der heutigen Folge „Die Patentochter“ ist ebenfalls schon abgedreht. Ehnert hat ihr den Arbeitstitel „Brüderchen und Schwesterchen“ gegeben – zu sehen im nächsten Jahr.

Zum Start 14 Prozent Marktanteil – überdurchschnittlich

Ein Dutzend Episoden haben Solá Ferrer und Ehnert für die „Hafenkante“ neu verfasst, großteils bereits abgedreht. Fließbandware soll die Arbeit indes weder für ihn noch die gut 20 Autorenkollegen sein. Ehnert, der sich als „schreibender Schauspieler“ begreift, sieht auch einen Verjüngungsprozess in der ZDF-Serie. „Ich glaube, dass die kommenden Folgen ein großer Schritt nach vorn sein werden und die beiden Neuzugänge super einschlagen“, sagt er.

Erstes Indiz: Die „Hafenkante“ startete vor zwei Wochen mit überdurchschnittlichen 14 Prozent Marktanteil. Und der Anteil der jungen Zuschauer verdoppelte sich.

Notruf Hafenkante: „Die Patentochter“ heute, 19.25 Uhr, ZDF