Stormarn
Schauspieler

Jan Hasenfuß: Ein Sieker Jung wird „Tatort“-Sonderermittler

Jan Hasenfuß ist ein wandlungsfähiger Darsteller: Ob als Geiselnehmer wie in „Notruf Hafenkante“ oder wie hier als Sonderermittler im „Tatort“.

Jan Hasenfuß ist ein wandlungsfähiger Darsteller: Ob als Geiselnehmer wie in „Notruf Hafenkante“ oder wie hier als Sonderermittler im „Tatort“.

Foto: Privat

Der Schauspieler wuchs in Stormarn auf und erwägt eine Rückkehr in die alte Heimat. Heute Abend ist er im ZDF zu sehen.

Siek.  Ein bisschen Heimweh hat er schon. An mangelnder Ablenkung kann es aber nicht liegen, denn der aus Siek stammende Schauspieler Jan Hasenfuß, bekannt aus Fernseh- und Kinofilmen, ist ständig auf Achse. „Ich bin seit 15 Jahren schon von zu Hause weg“, sagt Hasenfuß, und in seiner Stimme klingt Sehnsucht mit. Trotz vieler Termine ist der Schauspieler immer wieder zu Besuch in Stormarn.

Seine Eltern und sein bester Freund leben hier. Und Jan Hasenfuß, der mit seiner Lebensgefährtin und der gemeinsamen dreijährigen Tochter in Leipzig wohnt, ist hier noch fest verwurzelt. Inzwischen schmiedet er sogar Pläne für eine Rückkehr in seine alte Heimat. Und träumt davon, in Stormarn ein Projekt wie ein kleines Sommertheater auf die Beine zu stellen – ein Beispiel für das, was Hasenfuß gern zusätzlich zu seinen Engagements im Bereich Theater, Video, Film und Fernsehen umsetzen würde: „Das kann ich mir gut vorstellen.“ Und er führt Gründe an, die dafür sprechen, dass er seine Ideen hier besser realisieren könnte als anderswo. „Es sind einfache Wege. Wenn ich beispielsweise einen Tischler, den ich aus der Jugendzeit kenne, darum bitte, mir für das Theater ein Podest zu bauen.“

Erste Bühnenschritte in der Theater-AG der Schule

In Hamburg geboren, verbrachte Hasenfuß die ersten Lebensjahre in Hummelsbüttel, bevor er im Alter von vier Jahren mit seinen Eltern nach Siek zog. Das älteste von drei Kindern – der Schauspieler hat einen vier Jahre jüngeren Bruder und eine acht Jahre jüngere Schwester – war schüchtern, fiel aber durch sein komödiantisches Talent auf. Seine Mutter habe ihm das Theaterspielen empfohlen, erzählte Jan Hasenfuß 2000 einer Abendblatt-Autorin. In dem Jahr hatte der damals 20-Jährige gerade die Aufnahmeprüfung für das Hamburgische Schauspielstudio bestanden und sich einen der raren Plätze gesichert. Vorausgegangen waren acht Jahre Theater-AG am Großhansdorfer Emil-von-Behring-Gymnasium, in denen er viele Hauptrollen gespielt hatte. Bereits in der achten Klasse sei er sich sicher gewesen, dass Schauspielerei der richtige Beruf für ihn sei, sagte er damals dem Abendblatt, das unter der Überschrift „Jans erster Schritt zum Kinostar“ einen Artikel veröffentlichte.

Inzwischen hat Hasenfuß auch diesen Karriereschritt gemeistert und in einigen Kinofilmen wie „Der letzte Bissen“, „Nachspielzeit“ und „Kartenspiel“ mitgespielt. Doch es sind vor allem die vielen Fernsehproduktionen, die für die wachsende Popularität des umtriebigen Künstlers sorgen, darunter verschiedene Polizei- und Kriminalserien und auch die Comedy-Serien „Knallerkerle“ (Sat.1) und „Leider Lustig“ (KiKa/ZDF), in denen er eine weitere Facette seines darstellerischen Könnens zur Geltung bringen kann.

In einer seiner Hauptrollen spielte er Bismarck

Ganz anders die NDR-Produktion „Bismarck – Kanzler und Dämon“. Hier übernahm er die Hauptrolle des Bismarck, gedreht wurde „in den letzten Resten der Hamburger Altstadt“. Und auch zu Hamburg besteht eine persönliche Bindung. Hasenfuß: „Meine Familie ist eine Ur-Hamburger Familie.“ Seinem Großvater und dessen Bruder habe die letzte Tallymann-Firma „Gebrüder Hasenfuß“ gehört, welche die im Hafen ankommenden Waren noch von Hand gelöscht habe. Seine Eltern stammen aus Volksdorf und Farmsen-Berne.

Im Fernsehen ist Jan Hasenfuß im Dezember gleich in mehreren Rollen und auf verschiedenen Kanälen zu sehen. In der Episode „Freitag, der 13.“ der Serie „Notruf Hafenkante“, die am heutigen Donnerstag um 19.25 Uhr im ZDF ausgestrahlt wird, mimt er einen Kleinkriminellen. „Dieser frisiert zusammen mit seinem Compagnon Bankautomaten und wird durch die Umstände zum Geiselnehmer“, sagt Hasenfuß. Eine der Geiseln spiele Collien Ulmen-Fernandes, erzählt er weiter. Der Grund dafür, dass Hasenfuß Aufträge im Hamburger Großraum besonders gern annimmt, liegt auf der Hand: „Bei ,Notruf Hafenkante‘ konnte ich bei meinen Eltern in Siek schlafen und dann entspannt zum Dreh nach Hamburg fahren.“

Sein „Tatort“-Auftritt wird am 23. Dezember ausgestrahlt

Ein Heimatbesuch war bei den Dreharbeiten zur Dokufiktion „Die eiserne Zeit – Europa im Dreißigjährigen Krieg“ nicht möglich: Gedreht wurde in Lettland. Jan Hasenfuß spielt einen Söldner, der den Krieg überlebt, aber die liebsten Menschen nach und nach verliert. Die Dreharbeiten sind eine Erfahrung, an die er gern zurückdenkt. Trotz Arbeitstagen, die morgens um 5 Uhr begannen und bei denen die letzte Klappe oft erst um 22.30 Uhr fiel. Erschwerend hinzu kam die dünne Kleidung, die er trotz Kälte tragen musste. Trotzdem sagt der Künstler rückblickend: „Mir persönlich hat es viel gebracht, ich habe viel kämpfen und weinen dürfen.“ Es sei traumhaft gewesen mit einem französischen Regisseur und einem Riesen-Team zu arbeiten, „ein Gefühl von Hollywood“. Alle sechs Episoden des Dokumentarfilms werden bei ZDF Info am Dienstag, 18. Dezember, ab 20.15 Uhr gezeigt.

Eine „schöne kleine Rolle“ hat sich Hasenfuß in der Episode „Damian“ des „Tatort“ gesichert. „Wir haben in Baden-Baden gleich neben dem Kurhaus gedreht. Ich bin darin ein Sonderermittler, der bei der Aufklärung des Falls mitwirkt.“ Sendetermin ist am Sonntag, 23. Dezember (ARD, 20.15).

„In letzter Zeit war Hardcore mit 16-Stunden-Tagen Minimum und Textlernen in der Nacht“, sagt Jan Hasenfuß. Jetzt ist erst einmal Urlaub angesagt. Beim Skifahren in Österreich kann er bestens entspannen.