Sportberichterstattung

ARD und ZDF sollen nicht immer nur Fußball senden

Attraktive Jubelbilder: Die deutschen Hockey-Damen nach ihrem erfolgreichen Spiel um Bronze bei Olympia

Attraktive Jubelbilder: Die deutschen Hockey-Damen nach ihrem erfolgreichen Spiel um Bronze bei Olympia

Foto: Witters

Vater von Hamburger Bundesliga-Hockeyspielern startet Online-Petition für mehr Randsportarten im deutschen Fernsehprogramm.

Hamburg.  Dass Olympische Spiele nachwirken bei denen, die sie live erleben, ist bekannt. Wie stark sie jedoch auch die Emotionen aufwühlen bei Menschen, die sich vorm Fernseher von der Faszination des größten Sportfestes der Welt anstecken lassen, das hat Christian Pöhling kürzlich erfahren. Der selbstständige Logistikberater aus Braunschweig hat sich während der Sommerspiele in Rio de Janeiro (5. bis 21. August) „gar nicht mehr vom Bildschirm lösen können“. Und weil ihn die Vielfalt des Sports immens faszinierte, hat der 59-Jährige nun im Internet unter dem Link https://www.change.org/p/intendanten-ard-und-zdf-zeigt-hockeybundesliga eine Petition gestartet.

4000 Unterstützer in den ersten Tagen

Ziel der Eingabe, die innerhalb von wenigen Tagen bereits fast 4000 Unterstützer fand und die an die Intendanten von ARD und ZDF gesendet wird, ist es, die von Pöhling zunehmend als störend empfundene Monokultur Fußball im öffentlich-rechtlichen Programm zu durchbrechen, um dem Sport in seiner Vielfalt öfter als nur einmal alle vier Jahre eine Bühne zu geben. „Ich möchte, dass ARD und ZDF regelmäßiger von Randsportarten berichten, weil diese Sportler das verdienen“, sagt der Di­plom-Betriebswirt, dessen Söhne Kilian und Anton für den Harvestehuder THC in der Hockey-Bundesliga spielen.

Weil der Vater selbst lange Jahre als ehrenamtlicher Betreuer im Hockey tätig war, liegt ihm der erfolgreichste deutsche Mannschaftssport bei Olympischen Spielen besonders am Herzen. Doch obwohl seine Petition sich auf die Hockey-Bundesliga beruft, will er grundsätzlich für den gesamten Sport außerhalb des Fußballs kämpfen. Und die vielen Dutzend Kommentare, die die Unterstützer auf seiner Petitionsseite hinterlassen haben, zeigen Pöhling, dass er einen Nerv getroffen hat.

Schwung der Olympischen Spiele nutzen

„Diese Resonanz, die aus den vielen Zuschriften spricht, begeistert mich. Alle sagen, dass es so nicht weitergehen kann, und ich denke, dass wir den Schwung der Spiele nutzen sollten, um dem olympischen Sport zu mehr Öffentlichkeit zu verhelfen“, sagt Pöhling.

Deshalb hofft er auf mindestens 5000 Unterstützer, um seiner Petition die nötige Wucht zu verleihen, die die Verantwortlichen zum Nach- und vielleicht zum Umdenken zwingt.