Live-Übertragungen

ProSiebenSat.1 wagt Einstieg bei sportdeutschland.tv

Auch Beachvolleyball gehört zu den Randsportarten, die sportdeutschland.tv in den Fokus rücken möchte

Auch Beachvolleyball gehört zu den Randsportarten, die sportdeutschland.tv in den Fokus rücken möchte

Foto: Witters

Das Ziel, die Plattform zu einem wichtigen Sportsender zu machen, könnte nur mit einem professionellen Partner erreicht werden.

Hamburg. Als der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) im August vergangenen Jahres seinen Onlinesender sportdeutschland.tv ins Netz brachte, da war allen Beteiligten klar: Das mittelfristige Ziel, die Plattform zu einem der wichtigsten deutschen Sportsender zu machen, könnte nur mithilfe eines professionellen Partners erreicht werden. Dieser Partner ist nun gefunden. Die DOSB New Media GmbH, die das Projekt seit 2011 in Kooperation mit der Düsseldorfer Agentur GSC betreut, kooperiert ab sofort mit der Sendergruppe ProSiebenSat.1.

„Wir erhoffen uns von dieser Zusammenarbeit, die Vielfalt des Sports in Deutschland medial noch besser darstellen zu können“, sagt Stephan Abel, im DOSB Vizepräsident für Wirtschaft und Finanzen. Sportdeutschland.tv hat sich zur Aufgabe gemacht, allen im Fernsehen unterrepräsentierten Sportarten eine konstante Plattform zu bieten. So werden Bundesligaspiele im Volleyball, Basketball und Tischtennis ebenso per Livestream übertragen wie internationale Turniere im Badminton, Judo oder Beachvolleyball. Mehr als 70 Sportarten hat der Sender im Portfolio.

Eine Million Nutzer monatlich als Ziel

Für ProSiebenSat.1, das für eine nicht bezifferte Summe 57,5 Prozent der Anteile an der DOSB New Media GmbH übernommen hat, ist genau diese Vielfalt der Grund für den Einstieg. „Wir sehen einen sehr großen Trend zur Sport-Liveberichterstattung und wollen mit unserem Netzwerk und unserem Know-how den vielen Sportarten helfen, die im Fernsehen nicht gezeigt werden“, sagte Chief Commercial Officer Markan Karajica. Kurzfristig soll die Zahl der monatlichen Nutzer von im Schnitt 500.000 auf mehr als eine Million gesteigert werden.

Am Standort Köln werde ein sechs bis acht Redakteure umfassendes Team aufgebaut, das neue Formate entwickeln und die Akquise von neuen Inhalten vorantreiben soll. Eine Verzahnung mit den Fernsehredaktionen ist angedacht, Sportdeutschland.tv solle auf allen Kanälen beworben und möglicherweise auch mit einem eigenen Magazin im TV-Programm promotet werden. Auch der Standort Hamburg, wo es seit Anfang 2015 den Ableger sporthamburg.tv gibt, soll ausgebaut werden. Eine Konkurrenz zur Sat.1-Kernmarke „ran“ sieht Karajica nicht: „Beide sind sehr unterschiedlich positioniert und werden sich bestens ergänzen.“