Schüler machen Zeitung
Preisverleihung

Die ausgezeichneten Schüler und ihre Texte

So sehen Sieger aus: Zehn der zwölf Gewinner des Abendblatt-Projektes Schüler machen Zeitung 2015/2016

So sehen Sieger aus: Zehn der zwölf Gewinner des Abendblatt-Projektes Schüler machen Zeitung 2015/2016

Foto: rm / Hamburger Abendblatt

1200 Nachwuchsreporter nahmen an der 21. Abendblatt-Aktion Schüler machen Zeitung teil. Am Dienstag wurden die Gewinner geehrt.

Hamburg.  Schiefe Blicke. Getuschel hinterm Rücken. Und zu alldem das totale Gefühlschaos. So erging es Araceli, als sie im Alter von 14 Jahren schwanger wurde. Die Schülerin hielt das aus. Sie entschied sich, das Baby zu bekommen. „Die Kleine hat mein Leben komplett auf den Kopf gestellt“, so die heute 17-Jährige Abiturientin. „Aber im Großen und Ganzen war ich sehr glücklich mit meiner neuen Situation“. Inzwischen liebt sie ihre multifunktionale Rolle sogar: „In der Schule bin ich Teenager und zu Hause Mutter einer dreijährigen Tochter.“ Für viele Menschen scheine es immer noch eine falsche Entscheidung gewesen zu sein, sagt Araceli. Für sie war es „Die einzig richtige Entscheidung“.

„Das beste Projekt seiner Art in Deutschland

So titelte sie auch ihren Artikel, der am 16. Februar im Hamburger Abendblatt erschien. Am Dienstag wurde Araceli Rehaen von der Stadtteilschule Hamburg-Mitte für diesen mutigen Text beim Hamburger Abendblatts am Großen Burstah geehrt – und mit ihr elf weitere Schülerinnen und Schüler für ihre ebenso herausragenden Beiträge für das Projekt „Schüler machen Zeitung“.

1200 Jugendliche aus 50 Klassen und Kursen in Hamburg und der Region haben beim 21. Durchgang der Aktion mitgemacht. Sie recherchierten und schrieben mehr als 800 Artikel und schickten sie ans Abendblatt. Viele davon wurden zwischen November 2015 und Mai 2016 wöchentlich und im einem achtseitgen Schüler-Special veröffentlicht. Ein Jury aus Lehrerinnen, Redakteurinnen, Vertretern der Projektpartner – das waren die Haspa Hamburg Stiftung, die Agentur Promedia Maassen sowie die Hamburger Schulbehörde – wählte schließlich die spannendesten Artikel aus.

Aber was macht die Siegertexte so besonders? Es sind Artikel, in denen uns die jungen Autorinnen und Autoren Einblicke in ganz persönliche Welten gestatten. So wie Lasse Graubner-Caballero von der Rudolf-Steiner-Schule Altona. Er lässt uns mit seinem Text „Ich kann nicht aufhören zu tanzen, tanzen, tanzen“ an seinem Lebenstraum, Ballettänzer zu werden, teilhaben. Oder wie Paula Bellmann von der privaten Stadtteilschule St. Georg. Sie beschreibt in ihrem Artikel sehr einfühlsam den Alltag ihrer an Demenz erkrankten Großmutter. Ihre Mitschülerin Sabrina Panten interviewte einen Polizisten und befragte ihn zu seiner Arbeit als Bürgernaher Beamter in St. Georg. Neuntklässler Calvin Asmus vom Gymnasium Kaltenkirchen setzte mit seinem Text seinem sportlich-aktiven 81 Jahre alten Großvater ein kleines Denkmal. Ricco Richert von der Elbschule ließ die Abendblatt-Leser teilhaben an einem spannenden Jugend-Futsal-Turnier, bei dem das Team des Hamurger Gehörlosensportvereins Deutscher Meister wurde.

Emily Levin und Chiara Krug von Nidda vom Immanuel Kant Gymnasium berichteten fürs Abendblatt aus der Wattpad-Welt – eine Internet-Plattform, auf der junge Autoren Forsetzungsromae für junge Leser veröffentlichen.

Amüsant, humorvoll und vor allem selbstironisch schildern die beiden jungen Damen vom Land, Julia Schomaker und Nele Stockhusen,von der Stadtteilschule Hamburg-Mitte mit dem Artikel „Hilfe, wir sind die Dorfis. Holt uns hier raus!“ ihre Erlebnisse in der Großstadt Hamburg.

Lisa Köster vom Gymnasium Meiendorf erklärt am Beispiel ihrer Freundin Melina, dass Blindsein keine Behinderung sein muss, und dass sich der Alltag eines blinden Menschen nicht großartig von dem eines sehenden unterscheidet. Lena-Marie Kayser, ebenfalls vom Gymnasium Meiendorf, hat einen Artikel über ihre ganz besondere Nachbarin geschrieben. Der Text über die kürzlich verstorbene Annemarie Dose, Gründerin der Hamburger Tafel, und ihre Motive, sich für Bedürftige zu engagieren, erschien wenig Tage vor dem Tod der berühmten Hamburgerin.

Thomas Bressau von der Hamburger Schulbehörde lobte die Preisträger: „Euren Artikeln sieht man an, dass ihr euch sehr intensiv mit euren Themen auseinandergesetzt habt. Das Ergebnis ist toll. Ich würde mir wünschen: Macht weiter. Für Wilhelm Maassen, der „Schüler machen Zeitung“ seit dem Start 1995 für das Abendblatt medienpädagogisch betreut hat, steht fest: „Es ist das beste Projekt seiner Art in Deutschland. Getragen wird es von der hohen Qualität der Schülerbeiträge.“