Ausstellung

Designerin Lea Sievertsen im Museum für Kunst und Gewerbe

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Lea Sievertsen Ausstellungsansicht „A Seat at the Table“, Fonds für junges Design am MK&G Foto: Henning Rogge

Lea Sievertsen Ausstellungsansicht „A Seat at the Table“, Fonds für junges Design am MK&G Foto: Henning Rogge<br/><br/>

Foto: Henning Rogge

Die Grafikdesignerin aus Berlin zeigt als dritte Residentin ihre Arbeit „A Seat at the Table“ im Rahmen des Fonds für junges Design.

Hamburg. Sechs Monate die Stadt kennenlernen, am Museum arbeiten, kreativ tätig sein, spannende Menschen treffen – all das ermöglicht der Fonds für junges Design am Museum für Kunst und Gewerbe (MK&G), der von der Stiftung Hamburger Kunstsammlungen (SHK) ins Leben gerufen wurde.

„Die jungen Talente wohnen kostenlos und erhalten die Freiheit, ohne finanziellen Druck künstlerisch arbeiten zu können“, sagt Arndt Klippgen von der Stiftung. „Am Ende der Residenz soll ein Kunstwerk entstehen, das in der Sammlung des Museums als Dauerleihgabe verbleibt.“

Ausstellung spiegelt Sievertsens eigene Situation

Die 1990 in Flensburg geborene und heute in Berlin als Grafikdesignerin lebende Lea Sievertsen ist die dritte Residentin; sie hat sich in ihrer Arbeit „A Seat at the Table“ für einen ganzen Raum entschieden. „Als ich im MK&G ankam, habe ich mir als Erstes die Sammlungen angesehen. Dabei fielen mir Bilder von arbeitenden Frauen aus unterschiedlichen Epochen auf: auf Feldern, aber auch häufig am Telefon oder an der Schreibmaschine.“

Eine große Bilderwand mit diesen Motiven ist das zentrale Element ihrer Ausstellung. Parallel dazu las die Designerin den Essay „A Room of One’s Own“ von Virginia Wolf. Er handelt von den Bedingungen, die eine Frau braucht, um schreiben zu können. „Vieles davon spiegelt meine Situation wider: Durch den Fonds hatte ich die Möglichkeit, in einem eigenen Büro in Ruhe arbeiten und denken zu können, mich inspirieren zu lassen.“ Anknüpfend an ihre frühere Arbeit – „Not a Muse“, in der sie die Unsichtbarkeit von Grafikdesignerinnen anprangert – entstand die Idee zu „A Seat at the Table“.

Hamburg als Kreativstandort

Die Anfänge des Schreibens in Form von Briefen fanden an Damenschreibtischen (Modell um 1895) oder -schreibsekretären (1922/23) statt. Daneben laden Holztische ein, eigene Gedanken zu notieren. In einem Film wird ein Schreibtisch mittels 3-D-Software dekonstruiert, bis er sich komplett auflöst. Das Publikum kann es sich derweil auf Stoffmöbeln bequem machen – eine überdimensionierte Tischplatte mit vier abgetrennten Beinen.

„Eine Bereicherung nicht nur für die Designer, sondern auch für das ganze kuratorische Team“, nennt MK&G-Direktorin Tulga Beyerle die Arbeit des Fonds. „Eine Stadt wie Hamburg sollte es sich immer leisten, junge Talente zu holen, um frische Impulse zu bekommen, aber auch um den Kreativstandort Hamburg nach außen strahlen zu lassen.“

„A Seat at the Table“ bis 19.6., Museum für Kunst und Gewerbe (U/S Hauptbahnhof), Steintorplatz, Di–So 10.00–18.00, Eintritt 12,-/8,-, www.mkg-hamburg.de

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