Hamburg. In den großen Sälen der Welt ist er als penibler Do-it-yourself-Klaviertechniker bekannt: Zimerman ist eine Sensation für sich.

Es war ein sensationeller Abend. Nicht, weil Krystian Zimerman der Nimbus eines scharfkantigen Eremiten umweht – wenig Konzerte, keine Kompromisse, in allen großen Sälen der Welt als penibler Do-it-yourself-Klaviertechniker bekannt. Auch nicht, weil Zimerman, der großartige Unnahbare, für sein Debüt im Großen Saal der Elbphilharmonie ausschließlich Werke des Hamburgers Brahms angesetzt hatte. Teil dieser Sensation war, dass er neben den Balladen op. 10 auch die zweite und dritte Sonate spielte, ein Repertoire, das ihm bestens liegt und in seinem ohnehin schmalen CD-Katalog fehlt (bei Amazon wird für die angeblich von ihm aus Qualitätsgründen zurückgerufene DG-Einspielung von 1980 ein Mondpreis von 1660 Euro verlangt). Der größere, entscheidende Teil aber war: Zimerman selbst.