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Umstrittener Hundeflüsterer gibt Hamburgern Tipps

Ceasar Millan bei seinem Auftritt in der Hamburger Barclaycard-Arena.

Ceasar Millan bei seinem Auftritt in der Hamburger Barclaycard-Arena.

Foto: Roland Magunia / Funke Foto Services

Cesar Millan war mit seiner Show in der Barclaycard Arena. Seine Methoden werden jedoch kontrovers diskutiert.

Hamburg. Was Hunde zu ihrem Glück brauchen? Die gleichen fünf Körperbewegungen und Abläufe jeden Tag – strecken, gehen, laufen, ruhen, schlafen. So einfach? So einfach ist das, wenn es nach dem Hundeexperten Cesar Millan geht. Sein Motto: „Mit einem Hund zu leben, ist die beste Medizin.“

Und das sehen wohl auch die Besucher so, die am Freitagabend in die nicht mal halb ausverkaufte Barclaycard Arena kamen und eine Mischung zwischen Vorlesung, Mental Coaching und Tiertraining erlebten. Cesar Millan ist auf Deutschland-Tour mit seinem Programm „It’s all about family tour“ und zeigt gemeinsam mit seinen Söhnen Calvin und André, wie das Zusammenleben zwischen Hund und Mensch besser klappen kann.

Hundeflüsterer half Hollywoodstars

Den Hundeflüsterer nennt man den gebürtigen Mexikaner, der vor allem wegen seiner Fernsehshows bekannt ist und auch schon vielen Hollywoodstars wie Nicolas Cage oder Scarlett Johannsson im Umgang mit ihren Lieblingen geholfen hat. Und auch verhaltensauffällige Hunde hat der 50-Jährige im Rahmen seiner tiertherapeutischen Arbeit resozialisiert. Ganz unumstritten sind einige seiner Methoden zumindest bei der Tierschutzorganisation PETA nicht – die hatte in Bremen vor der Show demonstriert. In Hamburg blieb am Freitag alles ruhig.

„Normalerweise sehe ich seine Sendungen immer beim Bügeln“, sagt Ute Fischer aus Kaltenkirchen und langjährige Hundebesitzerin. Jetzt will sie erleben, ob Millan live genauso charismatisch rüberkommt wie im Fernsehen. Vor allem lernen sie und die anderen Besucher: Im Umgang mit Hunden zählt Körpersprache mehr als Sprache. Also: nicht so viel sabbeln.

Dreistündige Hunde-Show in Barclaycard Arena

Und tatsächlich spricht Millan mit den Hunden, die im Vorfeld der Show bei einem Casting ausgewählt wurden und auf die Bühne kommen, kaum. Worauf es beim Training ankommt, um den aufgedrehten Mischling Kalle zu beruhigen? Selbst Ruhe auszustrahlen, selbstbewusst zu sein.„Der Hund spürt die Energie des Menschen“, sagt Millan, der während der dreistündigen Show von Daniel Broschmann übersetzt wird.

Gefühle und Intuition – darauf komme es an. Der Mensch muss wissen, was er will und das mit einer entsprechenden Haltung zeigen. Neu ist das alles nicht, das lernt jeder Hundebesitzer in der Hundeschule. Aber wenn ein Hundeflüsterer wie Cesar Millan das live zeigt, ist das doch beeindruckend. Häufig, das ist bei allen Hundetrainern so, steht ohnehin der Mensch im Mittelpunkt. „Mein Job ist es, Menschen zu trainieren“, sagt Cesar Millan dann auch.

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Hamburgs Hundebesitzer bekommen Tipps

Ein ruhiger Hund müsse das Ziel sein. Um das zu erreichen, braucht ein Hund Bewegung, Disziplin und Liebe – in dieser Reihenfolge. Alle drei Ebenen müssen ausgeglichen sein, damit Hund und Mensch ein glückliches Leben führen können. Heißt für Hamburgs Hundebesitzer: Beim Gassigehen erst trainieren, den Hund an der Leine lassen und erst zur Belohnung in den Freilauf schicken. „Viele Besitzer meinen immer, ihr Hund müsse ständig herumlaufen und mit anderen Hunden spielen“, sagt Millan. Das sei ein Irrtum: „Ein ruhiger Hund ist ein glücklicher Hund.“

Millans Fazit nach dreieinhalb Stunden: „Die Welt sollte keine Probleme mit Hunden haben. Wir haben genug Probleme mit Donald Trump.“